8 Fehler beim Immobilienkaufvertrag: Typische Fallen und Tipps wie man sie vermeiden kann

Fehler Kaufvertrag Immobilie – Der Kauf einer Immobilie ist fĂŒr viele Menschen das grĂ¶ĂŸte RechtsgeschĂ€ft des Lebens, daher sollten Sie die unterschiedlichen Aspekte genauestens betrachten, um Fehler beim Kaufvertrag zu vermeiden. Lernen Sie hier die hĂ€ufigsten 8 Fehler kennen, die man beim Immobilienkaufertrag machen kann.

Kaufvertrag Immobilie schnell erklÀrt

Bevor Sie die typischen Fehler beim Kaufvertrag fĂŒr Immobilien kennenlernen, hier eine kurze Zusammenfassung zum Thema Immobilienkaufvertrag.

Bei einem Kaufvertrag handelt es sich um ein VerpflichtungsgeschĂ€ft. Der KĂ€ufer verpflichtet sich dabei den Kaufpreis der Immobilie zu zahlen, um der neue EigentĂŒmer der Immobilie zu werden. Jedoch verpflichtet sich der VerkĂ€ufer dem KĂ€ufer das Eigentum am Haus, GrundstĂŒck oder der Wohnung zu ĂŒbertragen.

Der Kaufvertrag zusammengefasst:

  • Grundlage fĂŒr den Haus- oder Wohnungskauf
  • Verpflichtung des KĂ€ufers, den Kaufpreis zu zahlen,
  • Verpflichtung des VerkĂ€ufers, das Eigentum zu ĂŒbertragen

Kommen wir nun zu den typischen Kaufvertragsfehlern und wie Sie diese vermeiden können.

Fehler in der Vorbereitungsphase

Fehler und Fallen lauern in jeder Etappe beim Hauskauf, sogar wenn Sie den Vertrag noch gar nicht unterschrieben haben. UnterschÀtzt wird dabei oftmals die Dauer des Kaufprozesses, die Wichtigkeit der Besichtigung oder es kommt zu einer falschen EinschÀtzung des Immobilienwerts.

Falsche EinschÀtzung des Kaufpreises

Als VerkĂ€ufer möchte man einen möglichst hohen Gewinn beim Verkauf erzielen, KĂ€ufer hingegen erhoffen sich einen niedrigen Preis und versuchen den Kaufpreis oftmals zu drĂŒcken. Viele EigentĂŒmer schĂ€tzen den Wert ihrer Immobilie höher ein, als der Marktpreis wirklich ist. Daher ist es als KĂ€ufer besonders wichtig im Vorfeld zu recherchieren und viele Informationen zu vergleichbaren Immobilien zu sammeln. Daten zu Verkaufspreisen vergleichbarer Immobilien erhalten Sie:

  • im Internet (Verkaufsportale oder Homeday)
  • in Fachzeitschriften
  • bei Maklern
  • durch Wertpreisermittlung von Experten

Liegt Ihnen eine realistische SchĂ€tzung des Verkehrswertes vor, ist das Risiko geringer, dass der Kaufvertrag aufgrund einer ĂŒberteuerten Preisvorstellung oder dem Risiko von Verlusten scheitert.

UnterschÀtzung der Verkaufsdauer

Am liebsten möchten Sie so schnell wie möglich der neue EigentĂŒmer der Immobilie werden. Doch, wie lang dauert es in der RealitĂ€t vom Kaufvertrag bis zur Übergabe? Die Dauer des Verkaufsprozesses hĂ€ngt dabei von verschiedenen Faktoren ab.

Faktoren, die die Dauer der Vertragsabwicklung beeinflussen:

In der Regel dauert es von dem ersten Kontakt bis zur GrundbuchĂ€nderung zwei bis vier Monate. Diese Zeit sollten Sie einplanen und im Falle von Eigenbedarf Ihre derzeitige Unterkunft erst dann kĂŒndigen, wenn Sie einen sicheren Einzugstermin einschĂ€tzen können. So bleiben Ihnen eventuell hohe Kosten fĂŒr eine Übergangsunterkunft, wie ein Hotel, erspart.

Verzicht auf einen Immobilien-Makler

Der Immobilienmarkt ist eine Wissenschaft fĂŒr sich. Um den Überblick im Immobilien-Dschungel nicht zu verlieren, sollten Sie einen Makler beauftragen. NatĂŒrlich sind mit einem Makler zusĂ€tzliche Kosten verbunden wie die Maklerprovision. Diese Kosten zahlen sich in den meisten FĂ€llen aber aus!

Ein Makler kennt sich nicht nur optimal auf dem Immobilienmarkt aus, sondern steht Ihnen im gesamten Kaufprozess helfend zur Seite. Neben Geheimtipps und exklusiven Immobilienangeboten erhalten Sie wertvolle Tipps zur Finanzierung, WerteinschĂ€tzung, Vertragsverhandlung und fachmĂ€nnische UnterstĂŒtzung schon bei der Besichtigung.

Unaufmerksamkeit bei der Besichtigung

Die Besichtigung ist wichtiger Bestandteil des Haus- und Wohnungskaufs. Bei der Besichtigung erhalten Sie nicht nur einen Eindruck davon, ob die Immobilie zu Ihnen passt, sondern auch ĂŒber den baulichen Zustand der Immobilie. Hier sollten Sie besonders aufmerksam sein, um MĂ€ngel an der Bausubstanz zu erkennen. Diese MĂ€ngel werden nĂ€mlich in den Kaufvertrag aufgenommen.

In den meisten KaufvertrĂ€gen bei Bestandsobjekten befindet sich ein sogenannter GewĂ€hrleistungsausschluss. Es gilt also „gekauft wie gesehen„. Als KĂ€ufer haben Sie dabei die Verantwortung, offensichtliche MĂ€ngel wie Schimmel an den WĂ€nden zu erkennen. Denn hierfĂŒr haftet der VerkĂ€ufer im Nachhinein nicht. Sollten Sie sich unsicher sein, ist es ratsam, sich von einem Makler oder SachverstĂ€ndigen begleiten zu lassen.

Tipp: Neben möglichen MĂ€ngeln, sollten Sie bei der Besichtigung auch Aufmerksamkeit auf die Nachbarschaft werfen. Der Immobilienwert wird ĂŒberwiegend durch die Lage einer Immobilie bestimmt. Die Nachbarschaft sollten Sie also genau ansehen, und versuchen eher das gĂŒnstigste Haus in der Lage zu kaufen, als das teuerste. Denn es ist besser, dass teurere Immobilien in Ihrer Nachbarschaft Ihren Immobilienwert mit nach oben ziehen, als umgekehrt.

Fehler in der Vertragsphase

Sobald Sie sich fĂŒr eine Immobilie entschieden haben, geht es in die ernste Phase, die Vertragsphase. Auch in dieser Phase können Fehler passieren, die sich vermeiden lassen. Typische Fallen lauern bei der Finanzierung, mĂŒndlichen Absprachen und der PrĂŒfung des Vertragsentwurfs.

Finanzierung: maximale Finanzierungshöhe prĂŒfen

Bevor Sie den Vertrag unterzeichnen, mĂŒssen Sie sich um die Finanzierung der Immobilie kĂŒmmern. Eine gescheiterte Finanzierung ist nĂ€mlich kein Grund fĂŒr einen RĂŒcktritt vom Kaufvertrag, sodass die Gefahr einer hohen Verschuldung fĂŒr Sie besteht.

Sprechen, bevor Sie mit Ihrer Bank oder einem Finanzierungsvermittler, um zu erfahren, welchen Kaufpreis Sie sich leisten können. Das meist notwendige Eigenkapital ist hĂ€ufig dies jedoch schon die erste HĂŒrde. Er variiert zwar von Immobilie zu Immobilie und von Bank zu Bank, bedeutet aber grĂ¶ĂŸtenteils schon, dass eine bestimmte Preisklasse nicht mehr infrage kommt.

Tipp: Kalkulieren Sie von Anfang an die Kaufnebenkosten mit ein. Hierbei handelt es sich um Steuern, Notarkosten, Gerichtskosten und Maklerkosten.

MĂŒndliche Absprachen schriftlich festhalten

Auch wenn der VerkĂ€ufer Ihnen sympathisch ist, sollten Sie sich niemals auf mĂŒndliche Absprachen verlassen. Alle Details, die Kauf relevant sind, mĂŒssen in den Kaufvertrag. Das gilt beispielsweise auch fĂŒr die Übernahme von Inventar, Möbeln oder VersorgungsvertrĂ€gen.

Kaufvertrag ungeprĂŒft unterschreiben

Nicht umsonst haben Sie nach den Vertragsverhandlungen zwei Wochen Zeit, den Vertragsentwurf genaustens zu prĂŒfen. Diese Zeit sollten Sie sich unbedingt nehmen und bei Fragen den Notar oder einen Rechtsanwalt zurate ziehen. Unklarheiten im Vertrag können eventuell Kosten verursachen, die Sie vorab nicht in der Finanzierung kalkuliert haben. Um solche Unklarheiten und Kosten zu vermeiden, wird der Kaufvertrag notariell beurkundet.

Fehler bei der Übergabe der Immobilie

Auch im letzten Schritt des Kaufprozesses können Fehler aufkommen. Besondere Beachtung sollten Sie daher dem Übergabeprotokoll schenken.

Übergabeprotokoll vollstĂ€ndig anfertigen

Die Erstellung eines Übergabeprotokolls ist absolut empfehlenswert und notwendig bei der Übergabe der Immobilie. Durch das Protokoll lassen sich Streitigkeiten vermeiden und es schafft Klarheit und einen guten Überblick fĂŒr beide Parteien. Von Experten wird empfohlen, zusĂ€tzlich Fotos von beispielsweise MĂ€ngeln zu machen, um den eventuellen Schaden zu dokumentieren.

Tipp: Nehmen Sie zusĂ€tzlich einen Zeugen mit zur Übergabe der Immobilie, dieser kann im Streitfall zur KlĂ€rung des Sachverhalts beitragen. Ein Zeuge kann ein Bekannter, Makler oder unabhĂ€ngig beauftragter SachverstĂ€ndiger sein.

Kaufvertrag prĂŒfen: Checkliste und Tipps fĂŒr den Immobilienkauf

Kaufvertrag prĂŒfen – Der Notar hat Ihnen den ersten Entwurf fĂŒr Ihren Immobilienkaufvertrag vorgelegt und nun ist es an der Zeit, die Vertragsinhalte zu prĂŒfen. Doch das erscheint gar nicht so leicht, da KaufvertragsentwĂŒrfe oft kompliziert und schwer verstĂ€ndlich formuliert sind. Hier lernen Sie, wie Sie den Vertragsentwurf prĂŒfen können, auf welche Inhalte Sie achten mĂŒssen und welche Informationen auf jeden Fall in den Kaufvertrag gehören.