Immobilie bewerten: Was tun? Bewertung, Verkehrswert fĂŒr Haus & Wohnung

Immobilie bewerten – FĂŒr den Verkauf von Haus, Wohnung und GrundstĂŒck, aber auch fĂŒr die Nachfolge, den Nachlass (Erbe) und die Übertragung zu Lebzeiten (Schenkung), werden Immobilien bewertet. Die Bewertungsverfahren fĂŒr die Hausbewertung, Wohnungsbewertung und GrundstĂŒcksbewertung Ă€hneln sich. Hier lernen Sie die Wertfaktoren von Haus und Eigentumswohnung kennen. Ziel ist die Ermittlung vom Verkehrswert, durch 3 Bewertungsmethoden: Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren und Sachwertverfahren. Außerdem lernen Sie den Unterschied von Vollgutachten (Verkehrswertgutachten fĂŒr Behörden und Gericht [Erbe, Scheidung, Nachfolge, etc.]) und Kurzgutachten („einfaches“ Wertgutachten fĂŒr Verkauf) kennen.

Haus, Wohnung, GrundstĂŒck bewerten

Die GrĂŒnde fĂŒr den Verkauf einer Immobilie sind unterschiedlich: Umzug, Erbschaft, Scheidung. Die Wertfaktoren einer Immobilie sind aber immer gleich. In der Wertermittlung geht es um die Lage der Immobilie, deren GrundflĂ€che, WohnflĂ€che und NutzflĂ€che, ebenso wie ihre Bausubstanz und ihr Zustand Einfluss auf den Wert haben.

Warum sollte man eine Immobilie bewerten (lassen)?

FĂŒr den planmĂ€ĂŸigen Verkauf ist es wichtig, den aktuellen Marktwert (Verkehrswert) einer Immobilie zu kennen. Der Verkehrswert wird in der Regel durch 3 Bewertungsverfahren ermittelt.

Eine fundierte Immobilienbewertung macht Ihren Angebotspreis belastbar und nachvollziehbar.

Aktueller Marktwert einer Immobilie

Kaufinteressenten sind schnell skeptisch und abgeschreckt, wenn der Angebotspreis einer Immobilie zu hoch angesetzt ist. Persönliche Erinnerungen, Emotionen sorgen dafĂŒr, dass Immobilien hĂ€ufig ĂŒber einem realistischen Kaufpreis angeboten werden.

Ist der Angebotspreis zu hoch, wird eine Immobilie schnell zum LadenhĂŒter. SpĂ€tere Preiskorrekturen und Verhandlungen werden dann schnell schmerzhaft, insbesondere wenn auch noch Zeitdruck hinzukommt. Ist der Angebotspreis zu niedrig, verkaufen Sie unter Wert und verlieren bares Geld.

Nutzen: Verkauf oder Steuerlast prĂŒfen

Nicht immer geht es bei der Wertermittlung um den direkten Verkauf. Oft ist die Immobilienbewertung Teil der Verkaufsvorbereitung, weit im Vorfeld. Mit einer Bewertung lĂ€sst sich aber auch die Höhe einer Erbschaftssteuer prĂŒfen, ebenso wie die Schenkungssteuer, die vom Finanzamt festgesetzt wurden.

Immobilie schnell, selbst bewerten?

Sie wollen „einfach“ nur den Wert einer Immobilie kennen, einen „schnellen“ Preis?

Dann sollten Sie sich diese einfache Methode anschauen – Sie brauchen dafĂŒr keinen Makler, keinen Gutachter und keinen anderen Experten. Mit dieser einfachen Methoden, können Sie alle Immobilienarten (Haus, Wohnung, GrundstĂŒck) selbst bewerten. Wenn Sie schnell und unkompliziert an eine Bewertung kommen wollen, empfehlen wir diesen, kleinen und einfach Trick:

Nutzen Sie Immobilienportale fĂŒr Ihre grobe Bewertung einer Immobilie – schnell und kostenlos

Solch eine schnelle Bewertung ersetzt nicht die Expertise eines SachverstĂ€ndigen (wie Makler), sie ist aber ein guter Preis-Indikator fĂŒr den Wert einer Immobilie.

Lernen Sie hier mehr:

Kaufpreis Faktoren: Wertermittlung

Bevor wir in die Details der 3 Bewertungsverfahren einsteigen, hier zunĂ€chst ein Überblick zu den grundsĂ€tzlichen Wertfaktoren, in die Bewertung von GrundstĂŒcken, Eigentumswohnungen und HĂ€usern.

Wie immer bei Immobilien gilt:

Lage, Lage, Lage

Die Lage und die umgebende Infrastruktur, sind die einflussreichsten Wertfaktoren. Hinzu kommen die Immobilienart, deren GrĂ¶ĂŸe, Zuschnitt, Baujahr und Instandsetzungen, ggf. auch Renovierung, Sanierung, sowie die Nutzungsmöglichkeiten.

Lage der Immobilie

Die Lage einer Immobilie hat den grĂ¶ĂŸten Einfluss auf Ihren Wert. ZunĂ€chst mit der Makrolage (wo in Deutschland?), danach in ihrer Mikrolage (direkte Nachbarschaft).

Makrolage – Wie schon im Ratgeber Mikro-, Meso- und Makrolage beschrieben, liegen zwischen Regionen in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern (beispielhaft) Welten. Noch extremer sind die Unterschiede in Ballungszentren und A-Lagen wie Hamburg, Berlin oder DĂŒsseldorf, im Vergleich zu StĂ€dten wie Duisburg oder auch Chemnitz.

Beispiel Einfamilienhaus: Ein 120 mÂČ Haus liegt in Schwerin aktuell bei 200.000 Euro, ein vergleichbares Haus in MĂŒnchen kostet 1.200.000 Euro. Der Wert des an sich gleichen Hauses (GrĂ¶ĂŸe, Zustand, etc.), ist also 6x so hoch. Infrastruktur, Bevölkerungsentwicklung im RĂŒckblick und mit Blick auf die Zukunft, sind Faktoren der Makrolage einer Immobilie.

Mikrolage – Beim nĂ€hren Blick auf die Immobilie, kommt die Mikrolage ins Spiel. Sie betrachtet die unmittelbare Umgebung des GrundstĂŒcks, des Hauses oder der Eigentumswohnung. Angefangen bei der Nachbarschaft, den GeschĂ€ften, Bildungseinrichtungen und Ärzten in der NĂ€he. Ebenso, wie das GrundstĂŒck selbst, die Außen- und Innenanlagen.

Maßgeblich fĂŒr die Lage:

  • A-Lagen in Ballungsgebieten
  • B-Lagen im SpeckgĂŒrtel großer StĂ€dte
  • C-Lagen in wirtschaftlich schwachen Regionen
  • Danach Mikrolage > Stadtteile, Nachbarschaft

GrundstĂŒckswert berechnen? So geht’s

Egal ob bebautes GrundstĂŒck oder unbebaut, wenn Sie den Bodenrichtwert noch nicht kennen, sollten Sie unbedingt weiterlesen! Immobilie selbst bewerten, Haus bewerten, Wohnung bewerten
 irgendwann kommen Sie auch zum BORIS, das Bodenrichtwertinformationssystem. Langes Wort, schneller Sinn, hier sind GrundstĂŒckspreise hinterlegt, alle 16 BundeslĂ€nder haben dieses System.

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Beispiel: BORIS Berlin zur Ermittlung von GrundstĂŒckswerten.

Bausubstanz, Zustand, Sanierungsstand

Nach der Lage, geht es um die Immobilie selbst. Vom Baujahr, ĂŒber die typischen MĂ€ngel nach Baujahr, bis zum Stand der aktuellen energetischen Beschaffenheit.

Die Checkliste geht dabei vom Bodengutachten, ĂŒber das Fundament der Immobilie, KellerrĂ€ume, bis hoch hinauf in den Dachstuhl. Weitere Faktoren sind das Mauerwerk, die Fassade, DĂ€mmungen von AußenwĂ€nden und Dach, aber auch alle TĂŒren und Fenster. ZusĂ€tzlich alle Leitungen, egal ob Strom, Wasser oder Abwasser.

Energieausweis – Immer wichtiger ist zudem die energetische Beschaffenheit der Immobilie. Im Energieausweis stehen die zentralen Informationen zum Energieverbrauch, Baujahr und Art der Anlagen. Aktuell setzt die Bundesregierung hohe Ziele, was die energetischen Standards von Immobilien angeht, um den Energieverbrauch zu senken, insbesondere bei der WĂ€rmeerzeugung. Alte Anlagen erfordern damit in Zukunft höhere Investitionen und mindern den Wert.

Nach der Bausubstanz folgen Wohnbereich und Außenbereich. Angefangen bei GrundflĂ€che, WohnflĂ€che und NutzflĂ€che, ĂŒber Extras wie Fußbodenheizung, Garten und Balkon. All das, hat wiederum Einfluss auf anschließende Kosten fĂŒr Reparaturen, Renovierung oder Sanierung.

Maßgeblich fĂŒr Bausubstanz und Zustand:

  • Keller bis Dach
  • Mauerwerke
  • GrundstĂŒck, AußenflĂ€chen
  • InnenflĂ€chen, RĂ€ume und Flure
  • Technische Anlagen
  • Leitungsnetz

Nutzung der Immobilie

Mit der 1) Lage und der 2) Bausubstanz wurde die Immobilie schon ausfĂŒhrlich betrachtet. Der letzte, wichtige Aspekt sind die 3) Nutzungsmöglichkeiten der Immobilie.

Beispiel Zuschnitt: Eine Wohnung mit Loft-Charakter (wenige RĂ€ume mit grĂ¶ĂŸeren Dimensionen) trifft auf weniger Nachfrage (hoher Preis, wenig RĂ€ume), als eine praktische Wohnung mit gutem Schnitt, die fĂŒr viele Interessenten in Frage kommt. In Zukunft werden vor allem kleine Wohnungen (Mikroapartments) immer gefragter sein.

Neben dem Schnitt und den Zimmern, kommen dann noch Extras, wie separate Arbeitszimmer, KellerrÀume oder auch WintergÀrten.

Maßgeblich fĂŒr die Nutzung:

  • Je gewöhnlicher, desto einfacher der Verkauf
  • Je spezieller, desto aufwendiger ist die KĂ€ufersuche

Bewertung: Ablauf und Überblick

Fassen wir das Wichtigste zur Bewertung von Immobilien (GrundstĂŒck, Haus oder Eigentumswohnung) erst einmal zusammen. Immobilien werden fĂŒr verschiedene Ziele bewertet, zum Beispiel fĂŒr den Immobilienverkauf, aber auch fĂŒr die Nachfolge, den Nachlass (Erbe) oder die Übertragung von Immobilien zu Lebzeiten (Schenkung).

DafĂŒr wollen Sie in der Wertermittlung einen objektiven Immobilienwert berechnen, den Verkehrswert einer Immobilie.

Verkehrswert ermitteln und Bewertungsverfahren

FĂŒr die Ermittlung vom Verkehrswert einer Immobilie, gibt es 3 Bewertungsverfahren. Geregelt werden die Bewertungsverfahren durch die Immobilienwert­ermittlungsverordnung (ImmoWertV). SachverstĂ€ndige (wie Immobilienmakler) und Gutachter mĂŒssen mindestens eine dieser Methoden in Ihrer Bewertung anwenden.

Nach dem Gesetz sind diese drei Verfahren zulÀssig:

  1. Vergleichswertverfahren
  2. Ertragswertverfahren
  3. Sachwertverfahren

Das Vergleichswertverfahren wirft einen Blick auf vergleichbare KĂ€ufe (tatsĂ€chlicher Kaufpreis) von vergleichbaren Immobilien. Das Ertragswertverfahren eignet sich fĂŒr Kapitalanleger und richtet sich nach den ErtrĂ€gen (Rendite) einer Immobilie. Das Sachwertverfahren bewertet die Bausubstanz durch Bodenrichtwert und Herstellungskosten.

Eine Bewertung von SachverstÀndigen und Gutachtern enthÀlt nach ImmoWertV:

„Einfaches“ Wertgutachten oder Vollgutachten: Je nach Zweck

Je nach Zweck, benötigen Sie ein „einfaches“ Wertgutachten oder ein Vollgutachten.

Ein Kurzgutachten oder auch „einfaches“ Wertgutachten bekommen Sie von einem Immobilien SachverstĂ€ndigen (mit entsprechender Berufserfahrung) fĂŒr eine objektive Immobilienbewertung (Verkehrswert).

Ein Vollgutachten umfasst bis zu 30 Seiten und wird von Ämtern, Behörden und Gerichten anerkannt. Zum Beispiel fĂŒr den Streit um Erbanteile oder auch bei ScheidungsfĂ€llen. Vollgutachten werden von freien, öffentlich bestellten Gutachtern erstellt.

  • „Einfaches“ Wertgutachten durch SachverstĂ€ndigen, wie Makler, fĂŒr den Verkauf
  • Vollgutachten durch freien, öffentlich bestellten Gutachter, fĂŒr Behörden / Gericht

Verkehrswert: Marktwert einer Immobilie

Ihr Ziel ist die Ermittlung vom Verkehrswert = was ist meine Immobilie wert?

Verkehrswert ermitteln nach ImmoWertV

FĂŒr die Immobilienbewertung (von SachverstĂ€ndigen und Gutachtern), gibt es Vorgaben vom Gesetzgeber, geregelt in der ImmoWertV, der Immobilienwertermittlungsverordnung. Sie legt die GrundsĂ€tze und Verfahren zur Ermittlung vom Verkehrswert fest. Außerdem finden Sie hier alle wichtigen, im Zusammenhang stehenden Fachbegriffe mit Definition.

Die Verkehrswertermittlung hat das Ziel, den Preis eines GrundstĂŒcks zu bestimmen, zum aktuellen Marktwert, unter „normalen Bedingungen“ und ohne EinflĂŒsse durch Beziehungen, zwischen VerkĂ€ufer und KĂ€ufer.

Der Verkehrswert ist eine objektive Bewertung

Noch ein Blick auf die Definition nach Baugesetzbuch (BauGB).

Verkehrswert nach Gesetzgeber: Definition

Nach offizieller Definition wird der Verkehrswert (Marktwert) „durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen GeschĂ€ftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsĂ€chlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des GrundstĂŒcks oder des sonstigen Gegenstands der Wertermittlung ohne RĂŒcksicht auf ungewöhnliche oder persönliche VerhĂ€ltnisse zu erzielen wĂ€re.“ – Quelle: §194 Verkehrswert; Bundesamt fĂŒr Justiz

Beispiel Verkehrswertermittlung im Sachwertverfahren: Das Bundesbauministerium stellt dafĂŒr eine „Sachwertrichtlinie“ mit ganzen 47 Seiten zur VerfĂŒgung, die alle Faktoren beinhaltet, die das Verfahren beeinflussen. Bestandteile der Wertermittlung im Sachwertverfahren sind:

Bewertungsverfahren: Verkehrswert Ermittlung

Drei verschiedene Verfahren unterscheidet die ImmoWertV. Eine dieser Bewertungsmethoden muss mindestens genutzt werden, wenn die Bewertung durch einen SachverstĂ€ndigen oder Gutachter erstellt wird. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, muss spĂ€ter begrĂŒndbar sein und hĂ€ngt von der Art der Immobilie ab.

Die 3 Bewertungsmethoden:

  1. Vergleichswertverfahren
  2. Ertragswertverfahren
  3. Sachwertverfahren

Die Methoden im Überblick:

Ziel ist die Ermittlung vom Verkehrswert (Marktwert). So können Sie einen realistischen Angebotspreis / Kaufpreis berechnen.

Vergleichswertverfahren: Vergleichbare VerkÀufe / KÀufe

Vergleichswertverfahren Definition – Mit dem Vergleichswertverfahren werfen Sie einen Blick auf vergleichbare VerkĂ€ufe / KĂ€ufe, in der nĂ€heren Vergangenheit.

Ziel: Vergleichbare VerkÀufe / KÀufe (tatsÀchlicher Kaufpreis) von Àhnlichen Immobilien

Bewerten mit Vergleichswertverfahren

Das Vergleichswertverfahren funktioniert so: Der Wert Ihrer Immobilie wird aufgrund von aktuellen Kaufpreisen anderer, in der Umgebung liegender Immobilien, die vor kurzem gekauft worden, ermittelt. Es werden also tatsĂ€chliche Kaufpreise herangezogen. Die zum Vergleich verwendeten ImmobilienkĂ€ufe mĂŒssen ausreichend ĂŒbereinstimmende Merkmale mit Ihrer Immobilie aufweisen (Lage, GrĂ¶ĂŸe, usw.). FĂŒr aussagekrĂ€ftige Zahlen, mĂŒssen außerdem ausreichend vergleichbare KĂ€ufe in die Ermittlung einfließen.

Je mehr vergleichbare ImmobilienkÀufe, desto besser das Ergebnis (Durchschnittspreis)

Kaufpreissammlung gibt Auskunft ĂŒber Kaufpreise

Grundlage dafĂŒr ist die sogenannte Kaufpreissammlung. Die Kaufpreissammlung wird von örtlichen GutachterausschĂŒssen erhoben und immer weitergefĂŒhrt. Erfasst werden KaufvertrĂ€ge, bei allen EigentĂŒmerwechseln. SachverstĂ€ndige dĂŒrfen auf die Kaufpreissammlung zugreifen und können die Daten so fĂŒr das Vergleichswertverfahren nutzen.

Was heißt vergleichbar? Damit ein realistischer Durchschnittspreis ermittelt werden kann, spielen diese Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Lage der Immobilie
  • Immobilienart
  • Bauart
  • Baulicher Zustand der Immobilie
  • Gestaltung der Immobilie
  • GrundflĂ€che, WohnflĂ€che und NutzflĂ€che
  • Ausstattung
  • Restnutzungsdauer

FĂŒr GrundstĂŒcke zĂ€hlen außerdem Bodenbeschaffenheit und Erschließung.

Bei Kapitalanlegern kommt noch der Mietertrag hinzu, der durch die Vermietung erzielt wird.

Vergleichswertverfahren zusammengefasst:

  • Aktuelle (tatsĂ€chliche) Kaufpreise werden verglichen
  • Vergleichsobjekte mit ĂŒbereinstimmenden Merkmalen
  • Daten aus Kaufpreissammlung (Gutachterausschuss)
  • Fokus: Bodenwert (GebĂ€ude werden nicht berĂŒcksichtigt)

Ertragswertverfahren: Kapitalanlage mit Rendite

Ertragswertverfahren Definition – Das Ertragswertverfahren kommt dann zum Einsatz, wenn Immobilien als Kapitalanlage (zur Vermietung) gekauft werden, also als Investment- bzw. Renditeimmobilie, nicht bei Eigennutz. Immobilien die selbst genutzt werden, werden mit dem Sachwertverfahren bewertet (folgt gleich).

Ziel: Welchen Ertrag wirft eine Immobilie ab?

Bewerten mit Ertragswertverfahren

Wohneinheit, Mehrfamilienhaus, Wohnhaus oder Gewerbeimmobilien, kaufen Sie eine Immobilie aus Investitionszwecken, nutzen Sie das Ertragswertverfahren zur Ermittlung des Wertes. DafĂŒr werfen Sie einen Blick auf die Kennzahlen, die den Ertragswert ergeben. Nach Definition, der Barwert aller zukĂŒnftigen Einnahmen der Immobilie.

Ertragswert = Mietertrag / Kapitaleinsatz

Bestandteile der Wertermittlung im Ertragswertverfahren sind:

Ertragswertverfahren zusammengefasst:

  • Methode zur Immobilienbewertung
  • Fokus: Ertrag fĂŒr Kapitalanleger
  • Vorteil: Macht Immobilienangebote bewertbar und vergleichbar

Sachwertverfahren: Immobilienwert wird betrachtet

Sachwertverfahren Definition – Das Sachwertverfahren kombiniert GrundstĂŒck (Bodenwert) und den Sachwert der nutzbaren, baulichen Anlagen. Kein Vergleich, kein Vertrag, es geht um den konkreten Wert der Immobilie (Grund und GebĂ€ude)

Ziel: Bewertet die Immobilie selbst, ohne Vergleich und Prognosen

Bewerten mit Sachwertverfahren

Die Methode ist die komplexeste der 3 Verfahren, gleichzeitig ist sie die typischste und bezieht sich auf den materiellen Wert einer Immobilie, den Sachwert.

Der Sachwert ermittelt sich aus:

  • Bodenwertrichtwert (GrundstĂŒckswert)
  • Herstellungskosten der Immobilie und Außenanlagen

Maßgeblich sind die Herstellungskosten vom GebĂ€ude (auch Außenanlagen), mit Einfluss der Alterswertminderung (dazu gleich mehr). Das Bundesbauministerium  stellt dafĂŒr eine „Sachwertrichtlinie“ mit ganzen 47 Seiten zur VerfĂŒgung, die alle Faktoren beinhaltet, die das Verfahren beeinflussen.

Bestandteile der Wertermittlung im Sachwertverfahren sind:

  • Herstellungswert aller GebĂ€udeteile
  • Lage der Immobilie
  • GrundstĂŒckswert
  • Baukosten
  • Abnutzung (Baujahr und Alter)

Beispiel Alterswertminderung

Nach Gesetz liegt die typische Gesamtnutzungsdauer (Eigentumswohnung und Einfamilienhaus) bei 80 Jahren. Dementsprechend liegt die Wertminderung bei 1,25% pa. Nach Abzug von den GebÀudeherstellungskosten, ergibt sich so der GebÀudesachwert. Zuletzt wird der Bodenwert hinzugerechnet.

  • Gesamtnutzungsdauer (Gesetz): 30 Jahre
  • Wertminderung / Jahr: 1,25%

Sachwertverfahren zusammengefasst:

  • Methode zur Bewertung einer Immobilie
  • Fokus: GrundstĂŒck und GebĂ€ude bewerten
  • Vorteil: Macht Immobilienangebote bewertbar und vergleichbar

Vollgutachten oder „einfaches“ Wertgutachten?

Prinzipiell gilt, fĂŒr den Verkauf einer Immobilie sind Sie nicht verpflichtet, ein Wertgutachten in Auftrag zu geben.

FĂŒr manche FĂ€lle, Beispiel Streit um Erbanteile oder auch bei der Scheidung, brauchen Sie allerdings Unterlagen, die von Behörden und Gerichten anerkannt werden. In diesem Fall, beauftragen Sie ein Vollgutachten, bzw. Verkehrswertgutachten.

Vollgutachten: Verkehrswertgutachten

Ein Vollgutachten (auch Verkehrswertgutachten) ist die aufwendigste Möglichkeit fĂŒr ein Immobiliengutachtern. Immer dann, wenn Sie den Wert einer Immobilie gegenĂŒber Behörden oder Gerichten nachweisen wollen, benötigen Sie ein solches Vollgutachten. Deshalb erreicht ein solches Vollgutachten auch einen Umfang von circa 30 Seiten, bei einer Anfertigungszeit von bis zu einem Monat. Diese erstellen Sie am besten mit einem freien und öffentlich bestellten Gutachter.

Die Kosten fĂŒr ein solches Vollgutachten liegen bei mindestens 1.000 Euro und gehen im Normalfall bis zu 3.000 Euro hoch, je nach KomplexitĂ€t (Beispiel: Eigentumswohnung bis Hotelimmobilie). Der Vorteil eines Vollgutachtens ist, dass dies auch von Ämtern und Gerichten anerkannt wird.

Vollgutachten zusammengefasst:

  • Auch Verkehrswertgutachten
  • Verwendung fĂŒr Behörden, Gericht
  • Erstellung idealerweise durch freie, öffentlich bestellte Gutachter
  • Umfang: Bis zu 30 Seiten
  • Anfertigung bis zu 1 Monat
  • Kosten: 1.500 – 3.000 Euro

FĂŒr den Verkauf einer Immobilie, genĂŒgt im Regelfall ein „einfaches“ Wertgutachten.

„Einfaches“ Wertgutachten: Kurzgutachten

Das „einfache“ Wertgutachten (auch Kurzgutachten) erstellt ein SachverstĂ€ndiger, der kein bestellter Gutachter ist, sondern jemand mit Branchenerfahrung, zum Beispiel ein Immobilienmakler.

Der Umfang eines solchen einfachen Wertgutachtens ist meist nur 1 oder 2 Seiten. HĂ€ufig wird der Wert und dessen Ermittlung auch einfach nur mĂŒndlich mitgeteilt. Die Kosten fĂŒr ein solches, einfaches Wertgutachten liegen in der Regel zwischen 500 und 1.000 Euro.

Das reicht absolut aus, um den Verkehrswert Ihrer Immobilie zu bestimmen.

  • Einfache Form fĂŒr Wertgutachten
  • Erstellung durch SachverstĂ€ndigen (kein bestellter Gutachter)
  • SachverstĂ€ndiger aus der Immobilien Branche, Beispiel: Makler
  • Wertgutachten in mĂŒndlicher Form
  • Umfang: Maximal 1, 2 Seiten
  • Kosten: 500 – 1.000 Euro

Solch ein einfaches Wertgutachten hilft im spÀteren Verkaufsprozess, zur Orientierung und in den Verhandlungen.