Vorteile der WEG: Aufteilung der Kosten, keine Einzelhaftung & Aufgaben der Verwaltung – Tipps

Vorteile der WEG – Wenn Sie in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) eine Eigentumswohnung erwerben, entstehen durch Ihre Rechte und Pflichten als Eigentümer für Sie viele Nach- aber auch Vorteile. Neben der Aufteilung der Kosten für Sanierung, Instandhaltung und Co., haftet man in einer Eigentümergemeinschaft niemals als Einzelperson. Zudem kann man viele Aufgaben an den WEG-Verwalter abgeben und muss sich nicht um Dinge wie Objektbegehungen oder die Jahresabrechnung kümmern. Alle Vorteile im Überblick erfahren Sie hier!

Wohnungseigentümergemeinschaft: Kurzer Überblick

Werfen wir zu Beginn nochmals einen kurzen Blick zurück auf die Wohnungseigentümergemeinschaft. Die Wohnungseigentümergemeinschaft ist die Gemeinschaft aller Eigentümer, die eine Eigentumswohnung in einer Immobilie bzw. einem Mehrparteienhaus besitzen. Sie werden also beim Kauf einer Wohneinheit in einer Immobilie automatisch zum Miteigentümer und ein Teil der Eigentümergemeinschaft.

Die Eigentümergemeinschaft im Überblick:

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Gemeinschaft aller Eigentümer einer Immobilie

Die Eigentümer beraten auf der Eigentümerversammlung über Sanierungen, Abrechnungen & Co.:

Natürlich ist der Eintritt in eine WEG mit Kompromissbereitschaft und einer Abhängigkeit von der Gemeinschaft verbunden, wenn es darum geht, Beschlüsse in der Eigentümerversammlung zu verabschieden. Jedoch hat diese Verbindung mit den anderen Eigentümern auch viele Vorteile, die wir uns nun genauer anschauen.

Vorteile der Wohnungseigentümergemeinschaft

Wie Sie im Artikel über Nachteile der WEG bereits gelernt haben, ist es nicht immer das Beste, ein Mitglied einer WEG zu werden und sollte deshalb seine Eigentumswohnung in einer anderen Immobilie erwerben. Besonders von Zwei-Parteien-Eigentümergemeinschaften ist abstand zu halten, da hier Streit und Unstimmigkeiten fast immer vorprogrammiert sind.

Allerdings lassen sich neben den negativen Aspekten genügend Vorteile aus einer WEG ableiten. Der größte Vorteil einer Eigentümergemeinschaft ist, dass Sie als einzelner Eigentümer nie zu 100% für die anfallenden Kosten (Sanierung, Renovierung & Co.) verantwortlich sind. Die Kosten in einer WEG werden immer nach einem Verteilerschlüssel aufgeteilt, meistens geschieht dies nach Miteigentumsanteilen.

Zudem haften Sie für keinen Beschluss, wenn es um Sanierung, Reparaturen oder bauliche Maßnahmen geht, alleine und ein Verwalter kann Ihre Angelegenheiten, die die Immobilie betreffen regeln, ohne dass Sie eingespannt sind. Hört sich nach einem entspannten Leben an, allerdings gibt es auch Regeln und Pflichten, die Sie als Eigentümer zu erfüllen haben. Diese sind in der Hausordnung und Gemeinschaftsordnung festgehalten.

Vorteile der Eigentümergemeinschaft im Überblick:

  • Aufteilung der Kosten für Sanierung & Co.
  • keine Einzelhaftung bei baulichen Maßnahmen & Co.
  • WEG-Verwalter ist verantwortlich für Gemeinschaftseigentum

Vorteil: Aufteilung der Kosten für Instandhaltung und Co.

Der wohl ersichtlichste Vorteil einer WEG ist, dass Sie die Kosten, die für das Gemeinschaftseigentum anfallen, nie zu 100% aus eigener Tasche zahlen müssen. Sie zahlen lediglich einen Anteil an allen Reparaturen, Sanierungen, Modernisierungen oder Umbauten, genauso wie die anderen Miteigentümer.

Anfallende Kosten für Gemeinschaftseigentum werden aufgeteilt

Die Kostenverteilung in einer WEG kann auf verschiedene Weise erfolgen, meist jedoch werden die Kosten nach Miteigentumsanteilen am Gemeinschaftseigentum verteilt. Dabei gilt zu beachten, je größer Ihr Miteigentumsanteil, desto höher sind die Kosten, die Sie zu tragen haben.

Diese Kosten können beim Gemeinschaftseigentum anfallen:

Die Kosten, die für Sie durch den Betrieb des Gemeinschaftseigentums (Betriebskosten) anfallen, werden in der Hausgeldabrechnung festgehalten, die vom Verwalter erstellt wird. Die gute Nachricht: Viele der Kosten können Sie auf Ihren Mieter umlegen.

Zu den umlagefähigen Kosten zählen:

  • Abwassergebühr
  • Kosten für den Aufzug
  • Straßenreinigung und Müllabfuhr
  • Gebäudereinigung und Ungezieferbeseitigung
  • Gartenpflege
  • Beleuchtungskosten
  • Sach- und Haftpflichtversicherungen
  • Hausmeisterkosten
  • Fernsehen, Antenne, Kabelanschluss
  • Betrieb eines Wasch- und Trockenraums
  • Schornsteinfeger
  • sonstige Betriebskosten

Die Kosten für bauliche Veränderungen können allerdings nicht auf den Mieter umgelegt werden:

Vorteil: Keine Einzelhaftung bei baulichen Maßnahmen & Co.

Neben der Aufteilung der Kosten, müssen Sie niemals die alleinige Verantwortung über bauliche Veränderungen an der Immobilie übernehmen. Wenn Sie auf der Eigentümerversammlung einen Beschluss vorschlagen, wird dieser meist mit einem Mehrheitsbeschluss beschlossen oder abgelehnt.

Keine Alleinhaftung für Beschlüsse

Sie müssen also nie die Konsequenzen eines Umbaus oder einer Sanierung an einer Immobilie selbst tragen. Die WEG bzw. der WEG-Verwalter beauftragt zuständige Handwerker und Co., Sie als Eigentümer tragen dafür keine Verantwortung. Handelt es sich allerdings um eine bauliche Maßnahme an Ihrem Sondereigentum, sind Sie selbst für alle Kosten zu 100% verantwortlich.

Seit der WEG Reform 2020 müssen Sie zudem nur Kosten für bauliche Maßnahmen und Co. mittragen, wenn Sie auf der Eigentümerversammlung dem Beschluss zugestimmt haben.

Vorteil: Abgabe von Aufgaben an WEG Verwaltung

Für viele Eigentümer ist die Verwaltung einer WEG der größte Vorteil, da man sich so um fast nichts mehr selbst kümmern muss. Hierbei kann die WEG entscheiden, ob sie sich selbst verwaltet oder ein externer Verwalter beauftragt wird. Auch der Verwaltungsbeirat, der bei der Eigentümerversammlung gewählt wird, ist eine wichtige Instanz, denn er ist der Vermittler zwischen Eigentümern und Verwalter.

WEG Verwaltung übernimmt Aufgaben für Eigentümer

Zu den Aufgaben eines WEG Verwalters nach Gesetz gehören:

  1. Aufstellung eines jährlichen Wirtschaftsplans
  2. Aufstellung einer Jahresabrechnung
  3. Erstellung eines Vermögensberichts 
  4. Einberufung der jährlichen Eigentümerversammlung 

Mit all diesen Aufgaben müssen Sie sich, wenn Sie Teil einer WEG sind, nicht vertraut machen. Sie bekommen alle Dokumente und Abrechnungen vom Verwalter per Post vorgelegt und müssen diese nur noch bezahlen oder unterschreiben. Um Ihren Mieter und dessen Betriebskostenabrechnung müssen Sie sich allerdings selbst kümmern, es sei denn, Sie beauftragen einen Mietverwalter, der allerdings mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Vorteil: WEG Reform 2020

Seit der WEG Reform 2020 stehen Ihnen als Eigentümern deutlich mehr Rechte und Entscheidungsfreiheiten zu. Sie müssen nun nicht mehr auf die einstimmige Verabschiedung bestimmter Beschlüsse hoffen, sondern können bauliche Veränderungen auf eigene Kosten durchführen.

Zu den genehmigten baulichen Maßnahmen zählen:

Bauliche Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum können auf eigene Kosten durchgeführt werden

Zudem werden Ihnen mit der Reform die Beschlussfassungen für die Durchführung baulichen Veränderungen am Gemeinschaftseigentum erleichtert. Für eine Modernisierung oder Sanierung braucht es nun nur noch einen einfachen Mehrheitsbeschluss.

Tipps zum sichern der Vorteile der WEG

Bevor Sie einer WEG durch einen Wohnungskauf beitreten, sollten Sie immer einen Blick in die wichtigsten Dokumente der WEG werfen. Hierbei können Sie in den Protokollen der Eigentümerversammlungen abgleichen, ob die anderen WEG Mitglieder ähnliche Interessen wie Sie verfolgen. Zudem lohnt es sich, die Teilungserklärung und Hausordnung durchzulesen, da hier das Zusammenleben der WEG, sowie die Größe der Miteigentumsanteile geregelt wird.

Vorteile abchecken:

Wenn all diese Dokumente keine Probleme für Sie aufweisen, können Sie sich auf die vielen Vorteile der WEG freuen.

WEG im Überblick

Wenn Sie eine Eigentumswohnung kaufen, werden Sie automatisch Teileigentümer der gesamten Immobilie und treten somit auch in eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ein. Der Zusammenschluss aller Eigentümer kann Ihnen viele Vorteile für die anfallenden Kosten in Ihrem gewählten Mehrparteienhaus bringen.

Der größte Vorteil einer Eigentümergemeinschaft ist, dass Sie als einzelner Eigentümer nie zu 100% für die anfallenden Kosten (Sanierung, Renovierung & Co.) verantwortlich sind. Als Nachteil lässt sich aufführen, dass Sie Kompromisse mit den anderen Eigentümern eingehen müssen und keine Macht zur alleinigen Entscheidung haben.

Jede Eigentümergemeinschaft muss regelmäßig zu einer Eigentümerversammlung zusammentreten, um anstehende wichtige Dinge rund um die Immobilie zu besprechen. In diesem Ratgeber finden Sie alles wichtige, was Sie als Eigentümer einer Eigentumswohnung wissen müssen.

Hausgeldabrechnung

Die Hausgeldabrechnung ist für Sie als Eigentümer das, was für Ihre Mieter die Nebenkostenabrechnung ist: Abgaben für die Benutzung der Immobilie. Doch welche Kosten genau erwarten Sie in einer solchen Abrechnung? Und worauf begründen die monatlichen Beträge des Hausgeldes? Wie hängt die Hausgeldabrechnung mit dem Wirtschaftsplan zusammen? All diese Fragen werden Ihnen hier in diesem Artikel beantwortet.