Heizung erneuern: Kosten, Pflichten, Zuschüsse & Förderungen – Immobilie modernisieren

Heizung erneuern – Mit der Modernisierung Ihrer Immobilie ist die Erneuerung der Heizanlage ein entscheidender Bestandteil, um den Wert und die Effizienz des gesamten Gebäudes zu steigern. Während ein Umbau oder Austausch der alten Heizung mit hohen Kosten verbunden ist, sparen Sie auf die Langzeit betrachten mehr als Sie ausgeben. Doch mit welchen Kosten ist der Heizungsaustausch verbunden? Und welche Pflichten und Zuschüsse gibt es für die Erneuerung. Alles rund um die Heizungserneuerung in diesem Beitrag. Zurück zu: Modernisieren Übersicht.

Was müssen Sie bei der Heizungserneuerung beachten?

Die Austauschpflicht in Deutschland besagt, dass eine alte Heizung nach 30 Jahren in Betrieb ausgetauscht werden muss. Auf Sie kommen also Kosten für die Erneuerung der Heizung zu. Wie hoch diese Kosten genau sind erfahren Sie später genau. Ihnen wird bei dem Austausch Ihrer Heizung aber Förderungen und Zuschüsse geboten.

Die Kosten, Pflichten & Zuschüsse für Heizanlagen im Überblick

Mit welchen Kosten und Zuschüsse Sie rechnen können und zu was Sie verpflichtet sind zusammengefasst:

  • Austauschpflicht & Ölheizungsverbot
  • Kosten für die Anschaffung & Montage
  • Heizkosten & jährliche Kosten
  • Zuschüsse des BAFA
  • Förderungen der KfW

Tipp! Besucher lesen auch: Heizung erneuern, Heizungsarten & Wärmepumpen.

Austausch der Öl- und Gasheizung: Gaskosten & Verbote

Der Austausch Ihrer Heizanlage scheint momentan attraktiver den je zu sein. Mit der aktuellen Gaskrise, den steigenden Gaspreisen und der zukünftigen Gasumlage ziehen immer mehr Immobilienbesitzer eine Erneuerung der alten Heizung in Betracht. Diese kann, trotz hoher Anschaffungskosten, langfristig gesehen zu enormen Kostenersparnissen führen. Aber nicht nur die Gaspreise machen einen Austausch deutlich attraktiver. Auch bedrängt die Austauschpflicht in Kombination mit dem Ölheizungsverbot die alte Heizanlage immer mehr.

Sie können bei Ihrer Erneuerung jedoch mit Unterstützung und Zuschüssen rechnen. Sie erhalten Fördergelder von staatlichen Instituten, wie der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) oder der KfW.

Diese können, je nach Heizungsart, bis zu 25% Ihrer Gesamtkosten übernehmen.

Dazu aber später bei den Förderprogrammen noch Genaueres.

Öl- & Gasheizungsverbot ab 2026 und Austauschpflicht

Die Austauschpflicht und der Ölheizungsverbot in Kombination setzen immer mehr Vermieter unter Druck. Zwar verbietet das Ölheizungsverbot nicht direkt die Nutzung von Öl- und Gasheizungen, jedoch wird der Einbau einer neuen Öl- oder Gasheizung ab 2026 verboten. Heißt Sie können Ihre aktuelle Ölheizung auch nach 2026 weiterhin nutzen, lediglich keine neue einbauen.

Kritisch wird es dabei erst wenn man die Austauschpflicht mit einberechnet. Die Austauschpflicht besagt, dass alle Heizungen, mit wenigen Ausnahmen, nach 30 Jahren erneuert werden müssen. Ausgeschlossen sind hierbei Brennwertkessel und Niedrigtemperaturkessel und Heizanlagen, die nur selten benutzt werden.

Falls Ihre aktuelle Gas- oder Ölheizung also aus den 90er Jahren ist, wird ein Wechsel oder eine Ergänzung Ihrer Heizanlage unausweichlich.

Die Regelungen nochmals im Überblick:

  • Öl- & Gasheizungsverbot ab 2026
  • kein Einbau einer neuen Gas- oder Ölheizung
  • Nutzung aktueller Gas- & und Ölheizungen weiterhin möglich
  • Austauschpflicht alter Heizanlagen nach 30 Jahren
  • Ausnahme bei Brennwert- & Niedrigtemperaturkesseln

Mit dem Austausch der Heizanlage sind natürlich auch Kosten verbunden.

Photo: Skylines / Shutterstock.com

Heizungsarten: Welche ist die optimale für Ihre Immobilie?

Bevor Sie aber über den Austausch Ihrer Heizanlage nachdenken sollten Sie sich erstmal die Heizungsarten genauer ansehen. Alles über die Heizungsarten in unserem Ratgeber.

Wenn Sie sich für ein neues Heizsystem entschiedene haben können Sie mit der Kostenrechnung beginnen.

Kosten für die Erneuerung der Heizung: Anschaffung & Montage

Die Kosten für eine neue Heizanlage können nie genau für jeden individuell angegeben werden. Abhängig von Ihrer Heizsituation, der Immobilie und den Umstände können die Kosten stark variieren. Neben den Anschaffungskosten müssen vor allem auch die Kosten für den Umbau beachtet werden.

Auch eine Ergänzung Ihrer alten Heizanlage kann zu einer energieeffizienteren Immobilie führen.

Solarthermie: Ergänzung der Gas- oder Ölheizung

Sollten Sie in absehbarer Zeit in die Austauschpflicht Ihrer alten Heizanlage kommen, ist eine Erneuerung der gesamten Heizanlage nicht zwingend nötig. Sie können Ihre bestehende Heizung auch durch zusätzliche Heizanlage, wie zum Beispiel Solarthermieanlagen oder Wärmepumpen ergänzen. Diese Form der Heizung nennt sich dann Hybridheizung.

Die Solarthermie Systeme übernehmen hierbei zum größten Teil die Warmwasseraufbereitung und unterstützen die Heizanlage mit zusätzlicher Energie aus der Sonne.

Schauen wir uns jetzt die Kosten für die Erneuerung oder Ergänzung der Heizanlage genauer an.

Kosten für Anschaffung & Ergänzung: Heizanlage & Hybridheizung

Die Kosten für die Anschaffung und Montage Ihrer neuen Heizung bzw. Hybridheizung könnten so aussehen.

Heizungsarten Anschaffungskosten
Öl-Brennwertheizung 7.000 bis 9.000 Euro
Gas-Brennwertheizung 7.000 bis 9.000 Euro
Öl-Brennwertheizung als Hybridheizung 10.000 bis 12.000 Euro
Gasbrennwertheizung als Hybridheizung 10.000 bis 12.000 Euro
Luft-Wasser-Wärmepumpe 13.000 bis 16.000 Euro
Sole-Wasser-Wärmepumpe 20.000 bis 25.000 Euro
Holzpelletheizung 20.000 bis 25.000 Euro

Heizungen kosten jedoch nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in der Benutzung.

Heizkosten der Heizsysteme: Heizverhalten & jährliche Kosten

Ebenso schwer einzuschätzen wie die Anschaffungskosten kann man auch die Heizkosten nur grob pauschalisieren. Diese sind auch abhängig von Ihrem Heizverhalten und den Umständen, wie die Dämmung, Ihrer Immobilie.

Die Heizkosten der Heizsysteme könnten ungefähr so aussehen.

Heizungsart Nutzungskosten
Öl-Brennwertheizung 2.000 bis 2.200 Euro
Gas-Brennwertheizung 1.900 bis 2.100 Euro
Öl-Brennwertheizung als Hybridheizung 1.800 bis 2.000 Euro
Gasbrennwertheizung als Hybridheizung 1.700 bis 1.900 Euro
Luft-Wasser-Wärmepumpe 1.500 bis 1.700 Euro
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe) 1.100 bis 1.300 Euro
Holzpelletheizung 1.800 bis 2.000 Euro

Um diese Hohe Kosten zu decken gibt es Förderprogramme, die Sie bei der Erneuerung Ihrer Heizung unterstützen.

Zuschüsse & Förderungen für Ihre Heizungserneuerung

Wenn Sie eine Heizungserneuerung planen sollten Sie wissen, dass Sie nicht auf den gesamten Kosten sitzen bleiben. Ihnen werden, je nach Heizungsart, verschiedene staatliche Förderprogramme geboten. Zum einen können Sie bei der Erneuerung der Heizung mit Zuschüssen des BAFA rechnen und bei Einzelmaßnahmen auch mit Förderungen der KfW. Manche Programme der KfW lassen sich sogar mit der BAFA-Förderung kombinieren.

Schauen wir uns die Förderprogramme nochmal im Detail an.

KfW-Förderprogramm für Heizungserneuerungen

Grundsätzlich fördert die KfW Einzelunternehmen, darunter auch der Austausch der Heizanlage, mit 20% der Gesamtkosten aber maximal mit 10.000 Euro. Bei einer höheren „Effizienzhaus“-Stufe können die Förderungen auf maximale 48.000 Euro steigen. Hier gilt: Je höher der Energiestandart, umso höher die Fördergelder.

Mit dem Ergänzungskredit 167, einem Förderprogramm für energieeffizientes Sanieren, biete die KfW Förderungen, welche explizit auf den Austausch der Heizung ausgelegt sind. Dabei handelt es sich um zinsgünstige Kredite von bis zu 50.000 Euro.

Zudem fördert die KfW auch Maßnahmen zur Optimierung der Heizanlage mit 20%. Dazu gehört zum Beispiel ein Pumpenaustausch bei Wärmepumpen oder auch ein hydraulischer Abgleich.

Die Förderprogramme der KfW im Überblick:

  • Grundsätzliche Förderung von 20% für den Austausch
  • Je nach Effizienzhaus-Stufe maximal 10.000 bis 48.000 Euro
  • zinsgünstige Kredite von bis zu 50.000 Euro
  • Förderung für die Optimierung der Heizung von 20%

Neben der KfW bekommen Sie auch Zuschüsse der BAFA.

BAFA Zuschüsse für Heizungserneuerungen

Das BAFA fördert den Austausch der Heizung mit hohen Zuschüssen, wenn ganz oder teilweise erneuerbare Energien genutzt werden. Dabei unterstützen Sie die Aufrüstung auf Wärmepumpen, Pelletheizungen oder auch fossile Brennwertkessel als Hybridheizung mit Solarthermie.

Die Zuschüsse des BAFA sehen folgendermaßen aus:

Heizungsart BAFA Zuschüsse
Holzpelletheizung (o.a. regenerative Energien) 35%
Wärmepumpenanlagen 35%
Erneuerbare Energien-Hybridheizung 35%
Gas- oder Öl-Hybridheizung 30%
Solarkollektoranlage 30%
Zusatz-Zuschuss für Erneuerung einer Ölheizung 10%

Wie oben bereits erwähnt lassen sich die Zuschüsse der BAFA mit manchen Förderprogrammen der KfW kombinieren, wodurch eine Erneuerung der Heizanlage stark unterstützt wird.

Fazit! Heizung erneuern – Das müssen Sie wissen!

Der Ölheizungsverbot ab 2026 und die Austauschpflicht setzen immer mehr Immobilienbesitzer unter Druck. Zwar verbietet das Ölheizungsverbot nicht die Nutzung von Ölheizung, jedoch den Neueinbau ab 2026. Hinzu kommt die Austauschpflicht in Deutschland, welche besagt, dass Sie Ihre alte Heizanlage nach 30 Jahren erneuern oder austauschen müssen.

Falls Ihre aktuelle Gas- oder Ölheizung also aus den 90er Jahren ist, wird ein Wechsel oder eine Ergänzung Ihrer Heizanlage bald unausweichlich.

Auf Sie kommen als Kosten für eine neue Heizung zu. Jedoch tragen Sie nicht die ganzen Kosten alleine.

Staatliche Förderprogramme unterstützen Sie bei Ihrem Vorhaben.

Dazu gehören zum Beispiel die KfW oder das BAFA. Beide bieten Förderungen und Zuschüsse für die Erneuerung und Ergänzung der Heizanlage. In manchen Fällen können die beiden Programme sogar kombiniert werden, wodurch Sie fast die Hälfte Ihres Kostenaufwands abgenommen bekommen.

Eine Erneuerung der Heizanlage lohnt sich also nicht nur in der Kosten- und Energieeffizienz sondern auch durch die Zuschüsse und Förderungen. Aber für welche Heizung entscheiden Sie sich?

Heizung erneuern: Wärmepumpe oder Holzpelletheizung?

Welche Heizung ist die passende für Ihre Immobilie? Und welche Förderungen bekommen Sie bei den verschiedenen Heizungsarten? Ist Ihre Immobilie für eine Wärmepumpe oder eine Pelletheizung geeignet? Welche Vorteile und Nachteile die Heizungsarten haben erfahren Sie in unserem Beitrag.

Parilov / shutterstock.com

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