Heizung erneuern: Wärmepumpe oder Pelletheizung? – Die Alternativen im Überblick

Heizanlage erneuern – Mit den steigenden Gaspreise und der kommenden Gasumlage überlegen sich immer mehr Verbraucher und Vermieter wie sie am effektivsten Gas sparen können. Neben effizienten Maßnahmen im Haushalt ist ein Austausch Ihrer Gas- oder Ölheizung auch eine Alternative, welche die Kosten senken kann. Zwar ist eine Austausch der Heizanlage mit hohen Kosten verbunden, kann Ihnen aber auf Langzeit viel Geld sparen. Welche Alternativen es gibt und worauf Sie beim Austausch unbedingt achten sollten im folgenden Ratgeber.

Austausch der Öl- und Gasheizung: Gaskosten & Verbote

Der Austausch Ihrer Heizanlage scheint momentan attraktiver den je zu sein. Mit der aktuellen Gaskrise, den steigenden Gaspreisen und der zukünftigen Gasumlage ziehen immer mehr Immobilienbesitzer eine Erneuerung der alten Heizung in Betracht. Diese kann, trotz hoher Anschaffungskosten, langfristig gesehen zu enormen Kostenersparnissen führen. Aber nicht nur die Gaspreise machen einen Austausch deutlich attraktiver. Auch bedrängt die Austauschpflicht in Kombination mit dem Ölheizungsverbot die alte Heizanlage immer mehr.

Sie können bei Ihrer Erneuerung jedoch mit Unterstützung und Zuschüssen rechnen. Sie erhalten Fördergelder von staatlichen Instituten, wie der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) oder der KfW.

Diese können, je nach Heizungsart, bis zu 25% Ihrer Gesamtkosten übernehmen.

Dazu aber später bei den Heizungsarten noch Genaueres.

Ölheizungsverbot ab 2026 und Austauschpflicht

Die Austauschpflicht und der Ölheizungsverbot in Kombination setzen immer mehr Vermieter unter Druck. Zwar verbietet das Ölheizungsverbot nicht direkt die Nutzung von Öl- und Gasheizungen, jedoch wird der Einbau einer neuen Öl- oder Gasheizung ab 2026 verboten. Heißt Sie können Ihre aktuelle Ölheizung auch nach 2026 weiterhin nutzen, lediglich keine neue einbauen.

Kritisch wird es dabei erst wenn man die Austauschpflicht mit einberechnet. Die Austauschpflicht besagt, dass alle Heizungen, mit wenigen Ausnahmen, nach 30 Jahren erneuert werden müssen. Ausgeschlossen sind hierbei Brennwertkessel und Niedrigtemperaturkessel und Heizanlagen, die nur selten benutzt werden.

Falls Ihre aktuelle Gas- oder Ölheizung also aus den 90er Jahren ist, wird ein Wechsel oder eine Ergänzung Ihrer Heizanlage unausweichlich.

Die Regelungen nochmals im Überblick:

  • Öl- & Gasheizungsverbot ab 2026
  • kein Einbau einer neuen Gas- oder Ölheizung
  • Nutzung aktueller Gas- & und Ölheizungen weiterhin möglich
  • Austauschpflicht alter Heizanlagen nach 30 Jahren
  • Ausnahme bei Brennwert- & Niedrigtemperaturkesseln

Erfahren Sie jetzt mehr über Ihre besten Alternativen zu Gas- und Ölheizungen.

Photo: gcpics / shutterstock.com

Solarthermie: Ergänzung der Gas- oder Ölheizung

Sollten Sie in absehbarer Zeit in die Austauschpflicht Ihrer alten Heizanlage kommen, ist eine Erneuerung der gesamten Heizanlage nicht zwingend nötig. Sie können Ihre bestehende Heizung auch durch zusätzliche Heizanlage, wie zum Beispiel Solarthermieanlagen oder Wärmepumpen ergänzen. Diese Form der Heizung nennt sich dann Hybridheizung.

Die Solarthermie Systeme übernehmen hierbei zum größten Teil die Warmwasseraufbereitung und unterstützen die Heizanlage mit zusätzlicher Energie aus der Sonne.

Ausnahmeregelungen bei besonderem Aufwand oder Umständen

Ausnahmeregelungen für die Gas- und Ölheizung bestehen allerdings, laut Gebäudeenergiegesetz, wenn bei der Erneuerung wegen besonderer Umstände unangemessene Aufwände oder zu hohe Kosten entstehen würden. Diese gelten zum Beispiel wenn der Einsatz einer Wärmepumpe nicht möglich ist, das Dach ungeeignet für Solar- und Photovoltaikanlagen ist, oder auch ein Anschluss an das Gasnetz nicht realisierbar ist.

In diesen Sonderfällen kann von einem Austausch oder einer Ergänzung abgesehen werden.

Die Ausnahmeregelungen nochmals zusammengefasst:

  • Einsatz einer Wärmepumpe nicht möglich
  • ungeeignetes Dach für Solar- & Photovoltaiksysteme
  • Anschluss an das Gasnetz unrealisierbar

Werfen wir jetzt einen Blick auf den tatsächlichen Austausch der Heizanlage.

Pelletheizung: Brennstoffkosten & Fördergelder

Eine Pelletheizung funktioniert im Prinzip wie eine Gasheizung. Der Brennstoff wird im Heizkessel verbrannt und die daraus entstehende Wärme über den Heizkreislauf in die gesamte Immobilie weitergeleitet. Der Unterschied ist, dass bei einer Pelletheizung, wie der Name schon sagt, Holzpellets, an Stelle von Gas, als Brennstoff genutzt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Brennstoffkosten deutlich niedriger sind als bei Gasheizungen, jedoch ein zusätzliches Pelletlager bereitgestellt werden muss.

In manchen Fällen lässt sich der alte Öltank sogar zu einem Pelletlager umfunktionieren.

Die Pelletheizung im Überblick:

  • funktionieren ähnlich wie Gasheizungen
  • Holzpellets statt Gas als Brennstoff
  • zusätzliches Pelletlager nötig
  • niedrigere Brennstoffkosten als Gas
  • hohe Anschaffungskosten

Lassen Sie sich von den hohen Anschaffungskosten nicht erschrecken. Sie sparen langfristig betrachtet eine Menge Brennstoffkosten und bekommen beim Umbau noch Unterstützung durch staatliche Fördergelder.

Fördergelder & staatliche Zuschüsse für Pelletheizungen

Entscheiden Sie sich bei der Erneuerung Ihrer Heizanlage für eine Pelletheizung können Sie mit Unterstützung der BEG und der BAFA rechnen. Diese zahlen Ihnen Fördergelder aus und geben Zuschüsse von 10% für den Wechsel zu einer Pelletheizung.

Bei einer Ergänzung der Pelletheizung, wie oben schon erwähnt, mit einem weiteren regenerativen Wärmeerzeuger, wie einer Wärmepumpe oder einer Solarthermie-Anlage, erhöhen sich die Fördergelder noch weiter. Bei Hybridheizungen dieser Art steigt der Fördersatz um weitere 10% auf ganze 20% der Gesamtkosten.

Wärmepumpe: Arten, Kosten & Hybridheizungen

Neben der Pelletheizung gibt es auch noch die Alternative der Wärmepumpe. Anders wie bei der Pelletheizung bleibt bei der Wärmepumpe der Heizkreislauf in der Immobilie bestehen. Lediglich der Heizkessel entfällt. Unterschieden werden kann bei Wärmepumpen zwischen Erdwärmepumpen, Grundwasserwärmepumpen und Luft-Wasser-Wärmepumpen. Die Wärmepumpen beziehen ihre Energie dementsprechend aus dem Erdboden, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft. All diese Wärmepumpen werden mit Strom betrieben.

Bei Erdwärmepumpen, sowie Grundwasserwärmepumpen müssen Bohrungen durchgeführt werden oder eine größere Fläche für Erdkollektoren geschaffen werden. Diese Wärmepumpen sind jedoch mit hohen Kosten verbunden. Luft-Wasser-Wärmepumpen hingegen sind billiger in der Anschaffung, jedoch ineffizienter in der Energielieferung und dadurch auch mit höheren Heizkosten verbunden.

Wärmepumpen bieten sich ideal zur Kombination mit Solarthermie-Anlagen an. Durch die Energie der Solaranlage kann ein guter Teil des Strombedarfs der Wärmepumpe gedeckt werden und außerdem noch Energie für die Warmwasseraufbereitung gespart werden.

Die Wärmepumpe im Überblick:

  • Erdwärme-, Grundwasser– & Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • Heizkreislauf bleibt bestehen
  • Wärmepumpen werden mit Strom betrieben
  • Bohrungen oder größere Flächen nötig
  • hohe Anschaffungskosten
  • ideal für die Kombination mit Solarthermie

Auch für die Erneuerung zur Wärmepumpe gibt es staatliche Unterstützung und Fördergelder.

Fördergelder & staatliche Zuschüsse für Wärmepumpen

Entscheiden Sie sich bei dem Austausch Ihrer Heizanlage für eine Wärmepumpe können Sie ebenfalls mit Unterstützungen der BAFA und der BEG rechnen. Bei der Umrüstung zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe werden Sie mit einem Fördersatz von mindestens 25% der Kosten unterstützt. Bei Grundwasser- und Erdwärmpumpen bekommen Sie einen zusätzlichen Zuschuss von weiteren 5%.

Bei der Kombination und Ergänzung mit einem Solarthermie-System kommen, wie auch bei der Pelletheizung zusätzlich zu den 25% Fördergeld weitere 10% Zuschüsse hinzu.

Fazit: Holzpelletheizung oder Wärmepumpen?

Wenn die Austauschpflicht sich Ihnen langsam aber sicher nähert und Sie bald dazu gezwungen werden Ihre alte Öl- oder Gasheizung zu erneuern oder auszutauschen müssen Sie sich für eine neue Heizanlage entscheiden. Diese ist oft mit einem hohen Aufwand und hohen Kosten verbunden, lohnt sich aber langfristig in der Kosteneinsparung. Die Entscheidung, ob Sie sich für eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe entscheiden sollten, liegt ganz daran, wie Ihre Brennstoff- bzw. Energiekapazitäten und für welche Heizungsart Ihre Immobilie geeignet ist.

Beide Heizungsarten benötigen gewissen Platz, um funktionieren zu können. Die Pelletheizung benötigt ein zusätzliches Pelletlager und eine Wärmepumpe braucht Platz für Energiekollektoren. Ebenfalls können beide Heizungsarten auch zu einer Hybridheizung aufgerüstet werden. Dabei können weitere Kosten gespart werden und auch die Zuschüsse, welche Sie bekommen, steigen.

Für das Austauschen Ihrer alten Heizanlage bekommen Sie Fördergelder von der BEG. Diese betragen bei der Wahl einer Pelletheizung 10% Ihrer Kosten und bei einer Wärmepumpe 25% Ihrer Kosten.

Machen Sie Ihren Austausch an diesen Kriterien fest:

  • hoher Aufwand & hohe Kosten
  • langfristige Kosteneinsparungen
  • beide Heizungsarten benötigen Platz
  • Aufrüstung zu einer Hybridheizung
  • Unterstützung durch Fördergelder

Wenn keine der beiden Heizungsarten attraktiv für Sie ist schauen Sie in unseren Ratgeber. Dort finden Sie weitere Heizungsarten, die eventuell zu Ihren Vorstellungen passen.

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Mehr Informationen und interessante Videos über alle Heizungsarten vereinfachen oft die Entscheidung bei der Heizungswahl. Alles über die verschiedenen Heizungsarten in unserem Ratgeber.