Kostenverteilung Aufzug in WEG: Betriebs- & Instandhaltungskosten – Wer muss Bezahlen?

Kostenverteilung Aufzug – Eine größere Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) in einem Mehrparteienhaus verfügt oftmals über einen Aufzug, um in die oberen Stockwerke zu gelangen und den älteren Menschen den Aufstieg zu erleichtern. Allerdings führen die Kosten für die Bewirtschaftung und Instandhaltung eines Aufzugs häufig zu Unstimmigkeiten unter den einzelnen Eigentümern, da der Aufzug nicht von allen gleichmäßig oft genutzt wird und manche Parteien von der Nutzung des Aufzugs nicht profitieren. Wer zahlt also die Kosten für den Aufzug in einer WEG? Und wie werden die Kosten verteilt? All diese Fragen werden Ihnen hier in diesem Artikel beantwortet.

Aufzug in einer WEG: Gemeinschaftliche Nutzung

Der Aufzug in einer WEG zählt laut Wohnungseigentumsgesetz zum Gemeinschaftseigentum, da alle Parteien freien Zugang dazu haben und den Aufzug gemeinschaftlich nutzen können. Doch wie genau wird das Gemeinschaftseigentum definiert? Werfen wir zu Beginn nochmals einen kurzen Blick darauf.

Exkurs: Aufzug zählt zum Gemeinschaftseigentum

Zum Gemeinschaftseigentum zählen zum Beispiel die Heizungsanlage, der Aufzug, tragende Wände, Fenster und der Hausflur. Die Entscheidungen über das Gemeinschaftseigentum werden von der Eigentümerversammlung getroffen.

Gemeinschaftseigentum kurz zusammengefasst:

  • Teile des Gebäudes, die für den gemeinschaftlichen Gebrauch von Wohnungseigentümern stehen
  • Beispiele: Heizung, Hausflur, Aufzug, tragende Wände
  • Verwaltung erfolgt über die Eigentümerversammlung

Nun da Sie wissen, wie sich der Aufzug als Gemeinschaftseigentum definiert, schauen wir uns die Aufteilung und Zusammensetzung der Aufzugskosten genauer an.

Zusammensetzung der Aufzugskosten: Betrieb & Instandhaltung

Zu den Kosten für einen Aufzug in einer Immobilie zählen viel mehr, als nur die einmaligen Anschaffungskosten. Die Kosten werden in Betriebskosten wie Strom oder Ähnlichem, sowie Kosten für die Instandhaltung und Instandsetzung der Aufzugsanlage aufgeteilt.

Wie setzen sich die Kosten für den Aufzug zusammen?

Nebenkosten Aufzug: Betriebs- & Instandhaltungskosten

Zwischen den Betriebs- und den Instandhaltungskosten eines Fahrstuhls gibt es einen großen Unterschied: Betriebskosten können wie alle regelmäßig anfallenden Nebenkosten auf den Mieter umgelegt werden, Instandhaltungskosten hingegen müssen vom Vermieter bzw. Eigentümer selbst anteilsmäßig übernommen werden.

Was zählt zu den umlagefähigen Betriebskosten?

  • Pflege und Wartung
  • jährliche Sicherheitsprüfung
  • Stromkosten

Was zählt zu den Kosten die der Vermieter übernehmen muss?

  • Kosten die nur einmalig anfallen
  • Instandsetzung
  • Reparaturen

Hierbei werden die Gesamtkosten mit Hilfe des Verteilerschlüssels auf die einzelnen Mietparteien in einem Haus verteilt, was meist durch die Miteigentumsanteile an der Gesamtimmobilie berechnet wird. Diese Kosten werden einmal Jährlich in der Nebenkostenabrechnung für Ihre Mieter fällig.

Besonders in Hochhäusern ist fast immer ein Aufzug vorhanden, auf den die Bewohner der oberen Etagen besonders angewiesen sind:

Verteilung der Aufzugskosten: Änderung des Verteilerschlüssels

Laut § 16 Abs. 2 des Wohnungseigentumsgesetzes werden seit der WEG Reform 2020 sowohl die Kosten für den Betrieb, als auch die Instandhaltung vorerst nach Miteigentumsanteilen auf alle Wohnungseigentümer verteilt. Da das Gesetz hierbei nur einen Rahmen stellt, muss nach diesem Verteilerschlüssel nicht zwingend entschieden werden. Je nach Bedarf kann die Eigentümergemeinschaft per Beschluss einen neuen Verteilerschlüssel festlegen.

Kostenverteilung kann durch Beschluss geändert werden.

So kann zum Beispiel festgelegt werden, dass die Kosten für den Aufzug, ähnlich wie die Heizkosten, gebrauchsabhängig abgerechnet werden können. Das bedeutet, dass Mietparteien in den oberen Etagen einen größeren Anteil zahlen müssen, als die Bewohner im Erdgeschoss.

Wie können verschiedene Verteilerschlüssel aussehen?

  • Kostenverteilung nach Miteigentumsanteil
  • Kostenverteilung nach Nutzungsgrad

Beschlussunterschiede: Betriebs- oder Instandhaltungskosten

Wenn in einer WEG die Kostenverteilung für die Aufzugskosten geändert werden soll, muss bei der Änderung auf den Unterschied von Betriebs- und Instandhaltungskosten geachtet werden. Um einer ordnungsgemäßen Verwaltung zu entsprechen, müssen hier zwei verschiedene Beschlüsse angewendet werden.

Um die Verteilung der Betriebskosten neu zu bestimmen, reicht ein einfacher Mehrheitsbeschluss aus.

Die Änderung der Kostenverteilung für die Instandhaltung des Aufzugs gestaltet sich allerdings als etwas aufwändiger. Hierbei benötigt man eine doppelt qualifizierte Mehrheit. Außerdem ist hier nur eine Regelung pro Einzelfall möglich.

Welche Beschlüsse sind notwendig?

  • Betriebskosten: Einfache Mehrheit
  • Instandhaltungskosten: Doppelt qualifizierte Mehrheit

Kostenverteilung WEG: Überblick über anfallende Kosten

In jeder Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) fallen Kosten an, sei es für Ihr eigenes Sondereigentum oder das Gemeinschaftseigentum. Diese Kosten werden nach dem sogenannten gesetzlichen Kostenverteilungsschlüssel umgelegt. Allerdings ist dieser Verteilungsschlüssel je nach WEG ungerecht gehandhabt und muss auf der Eigentümerversammlung geändert werden. Alles, was Sie über die Kostenverteilung in einer WEG wissen müssen und inwiefern sich diese Verteilung ändern lässt, erfahren Sie hier.

Kostenverteilung WEG: Fenster

Wenn Sie Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) sind, müssen Sie bereit sein, Kompromisse einzugehen. So können Sie oftmals nicht alleine entscheiden, wenn es um eine bauliche Veränderung an der Immobilie geht, wie zum Beispiel beim Austauschen oder Erneuern der Fenster. Wer darf über einen Fensteraustausch entscheiden? Wer muss die Kosten dafür übernehmen? Und zu welchem Eigentum zählen Fenster? All diese Fragen werden Ihnen hier in diesem Beitrag beantwortet.

Kostenverteilung WEG: Heizungsanlage

In jeder Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) fallen Kosten für den Gebrauch des Gemeinschaftseigentums an, die Sie gemeinsam mit den anderen Miteigentümern tragen müssen. Ein besonders wichtiger aber auch kostenaufwändiger Bestandteil einer Immobilie ist die Heizungsanlage. Um die Heizkosten für die einzelnen Eigentümer in einer WEG gerecht zu bestimmen, gilt die Grundlage der Heizkostenverordnung (HKVO). Was genau diese besagt und an was man sich bei der Heizkostenabrechnung halten muss, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Mehrfamilienhaus, Neubau

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