Grundbuchänderung im Fall einer Erbschaft: Grundbuchberichtigung, Unterlagen & Kosten

Grundbuchänderung im Fall einer Erbschaft – Wenn Sie eine Immobilie oder ein Grundstück erben, müssen Sie eine Grundbuchberichtigung vornehmen. Warum? Weil sich der Eigentümer ändert. Für Sie als Erbe ist das wichtig, da nur dem, der im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist auch rechtlich die Immobilie besitzt. Wie Sie eine Änderung von einem Grundbucheintrag beim Grundbuchamt vornehmen erklären wir Ihnen hier. In unserem Ratgeber finden Sie mehr zum Thema: Grundbuch.

Grundbuchberichtigung im Erbfall – So geht’s

Der Erbe muss im Normalfall beim Grundbuchamt eine Grundbuchberichtigung beantragen. Das ist je nach Stadt und Gemeinde in der das Grundstück bzw. die Immobilie steht, eine Abteilung des zuständigen Amtsgerichts. Der Antrag wird meist schon in der Erbscheinverhandlung in das Protokoll aufgenommen.

So ändern Sie im Erbfall den Grundbucheintrag:

Was in das Grundbuch eingetragen wird

Bei der Grundbuchberichtigung wird aber nicht nur der Eintrag des verstorbenen Eigentümers gestrichen und der neue Eigentümer eingetragen. Es wird im Grundbuch auch neben dem Erben die Vorerbschaft und Nacherbschaft sowie die Testamentsvollstreckung von Amts wegen vom Grundbuchamt verzeichnet.

Bei einer Erbengemeinschaft werden die Miterben ebenfalls genannt. Allerdings mit dem Zusatz „in Erbengemeinschaft“. Die Erbquoten der einzelnen Miterben wird nicht erwähnt.

Im Überblick:

  • vorherige Eigentümer wird gestrichen
  • neuer Eigentümer wird eingetragen
  • Vor – und Nacherbschaft
  • Testamentsvollstreckung
  • Bei Erbengemeinschaft: Miterben ohne Erbanteil

Diese Unterlagen sollten Sie beim Grundbuchamt vorlegen

Bei einer Erbschaft reicht es üblicherweise aus, wenn Sie dem Grundbuchamt einen beglaubigten Erbschein vorlegen, welcher bestätigt, dass Sie der rechtmäßige Erbe sind. In der Regel wird der Grundbucheintrag dann in wenigen Tagen abgeändert.

Nicht vergessen:

Beruht die Erbfolge auf einem notariellen Testament oder einem Erbvertrag, ist in der Regel der Erbschein entbehrlich. Dann genügen gegenüber dem Grundbuchamt als Nachweis die Vorlage dieser Verfügung sowie die Niederschrift des Nachlassgerichtes über die Eröffnung dieser Verfügung.

Die Eröffnung kostet wesentlich weniger als ein Erbschein. Dieses vereinfachte Verfahren funktioniert allerdings nur, wenn die notariell beurkundete letztwillige Verfügung so eindeutig abgefasst ist, dass keine Zweifel an der Erbfolge bestehen. Ist der Wortlaut nicht ganz klar oder widersprüchlich, verlangt das Grundbuchamt auch bei einem notariellen Testament einen Erbschein. Liegt ein privatschriftliches Testament vor, ist ein Erbschein unabdingbar.

Kosten für die Grundbuchberichtigung

Wenn Sie den Eintragsantrag in einem Zeitraum von zwei Jahren nach dem Erbfall beim Grundbuchamt einreichen, entfallen die Kosten für eine Änderung des Grundbucheintrags. Warten Sie mit dem Antrag über zwei Jahre zahlen Sie die üblichen Kosten für die Grundbuchberichtigung, welche von der Grundbuchordnung festgelegt ist. Der Gegenstandswert der Immobilie ist hier für den Preis maßgeblich. Dieser wird mit dem Wert der Gebührentabelle multipliziert.

Ein paar Beispiele zum Verstehen:

Bei einem Gegenstandswert von 100.000 Euro zahlen Sie Gebühren von 270 Euro. Bei einem Gegenstandwert von 125.000 Euro betragen die Kosten dann bereits 300 Euro. Hat Ihre Immobilie einen Grundstückswert von 100.000 Euro ergeben sich damit etwa 200 Euro Kosten und bei einem Grundstückswert von 250.000 Euro schon rund 450 Euro.

Das wichtigste in Kürze:

  • innerhalb von 2 Jahren nach dem Erbfall ist die Änderung kostenlos

Grundbucheintrag ändern oder löschen

Dies war ein Ausschnitt aus dem Artikel „Grundbucheintrag ändern“  aus unserem Immobilien Ratgeber: Grundbuch. Egal ob Immobilienkauf, Verkauf, Erbschaft, TrennungScheidung oder Namensänderung all das sind Gründe für eine Grundbuchberichtigung, da sich der Eigentümer der Immobilie wechselt. Wenn Sie mehr über Änderungen von Grundbucheinträgen in Erfahrung bringen wollen, gibt es hier noch mehr davon:

Das abgezahlte Immobiliendarlehen ist ein Grund für die Grundschuldlöschung aus dem Grundbuch. Mehr dazu gibt es in dem Artikel:

Grundbuch & Grundbuchamt: Was ist das?

Erfahren Sie hier noch mehr über das Grundbuch, das Register, dass alle Grundstücke des Landes verzeichnet und das zuständige Amt (Grundbuchamt). Sie wollen einen Grundbuchauszug anfordern, um mehr über das geerbte Grundstück im Voraus zu erfahren? In unserem Ratgeber finden Sie alle Informationen dazu, wie Sie schnell zu Ihrem Ziel kommen.

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