Einliegerwohnung kaufen: Quadratmeterpreis, Nebenkosten, Vor- & Nachteile, Tipps

Einliegerwohnung kaufen – Es gibt viele verschiedene Wohnungstypen, wie die Altbauwohnung, das Loft oder aber auch die Terrassenwohnung. Hier wird Ihnen der häufig genutzte Immobilienart Einliegerwohnung vorgestellt: Dieser Wohnungstyp ist eine besonders attraktive Wohnmöglichkeit für Familien, die in einem Mehr-Generationen-Haus zusammen leben möchten. Familien können unter einem Dach zusammenleben, und doch besteht durch die separate Einliegerwohnung ein Rückzugsort und die Möglichkeit auf Privatsphäre in einem Einfamilienhaus. Beliebt durch die niedrigen Miet- und Kaufpreise, ist eine Einliegerwohnung für viele Menschen reizvoll. Zu finden sind diese meist im Souterrain oder im Dachgeschoss. Was es zur Einliegerwohnung zu wissen gibt, erfahren Sie hier! Zurück zur Übersicht gelangen Sie hier: Wohnungstypen.

Was ist einer Einliegerwohnung? Definition & Merkmale

Laut dem deutschen Wohnbaugesetz wird eine Einliegerwohnung als solche definiert, wenn die Wohnung sich in einem Eigenheim befindet und diese gegenüber der Hauptwohnung von untergeordneter Bedeutung ist. Greift diese Unterordnung nicht, spricht man von einem Zweifamilienhaus. Auch wenn die Einliegerwohnung eine untergeordnete Rolle im Haus spielen muss, gilt die Regel, dass ein autonomer Haushalt unbedingt geführt werden muss. Trifft dies nicht zu, spricht man nicht von einer Einliegerwohnung, sondern von einer Zimmervermietung.

Eine große und entscheidende Rolle bei der Definition spielt der Wohnungszugang. Der Wohnungszugang einer Einliegerwohnung darf nicht von außen erreichbar sein. Die einzige Zugangsmöglichkeit zur Wohnung darf über das Treppenhaus oder einen Windfang erreichbar sein. Architektonisch befindet sich die Einliegerwohnung meist im Dachgeschoss oder im Keller des Hauses. Wahlweise werden möblierte oder nicht möblierte Wohnungen zur Vermietung angeboten. Diese Zusatzzahlung für die Möbel kann als einmaliger Abschlag oder monatlich in der Miete mit inbegriffen erfolgen. Häusliche Pflichten müssen ebenfalls im Vertrag festgehalten werden. Dazu zählen beispielsweise die Beteiligung an der Gartenpflege oder am Winterdienst.

Die Größe und Anzahl der Zimmer ist flexibel und in jeder Einliegerwohnung individuell.

Vorteile und Nachteile

Für beide Parteien, sowohl als Mieter als auch Vermieter, bringt eine Einliegerwohnung viele verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Bei dem Zusammenleben mit einem weiteren Haushalt müssen klare Regeln festgehalten und berücksichtigt werden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen Vor- und Nachteile einer Einliegerwohnung.

Vorteile: Miete, Kontakt

Das Leben in einer Einliegerwohnung oder das Besitzen einer solchen bringt eine große Anzahl von Vorteilen für beide Parteien mit sich. Die Besitzer des Hauses profitieren von der sonst ungenutzten Wohnfläche und können Geld einnehmen. Der zusätzliche Verdienst kann angespart werden und als Altersvorsorge genutzt werden. Eine Immobilie ist eine attraktive Geldanlage, im Vergleich zur privaten Rentenvorsorge. Erfahren sie hier mehr zum Thema Altersvorsorge und Rente.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich diese Wohnvariante bei einem Mehr-Generationen-Haushalt. Obwohl die Kinder nicht aus dem Elternhaus ausziehen müssen, erhalten diese durch die Einliegerwohnung ein großes Maß an Privatsphäre und können eigenständig leben.

Wohnungssuche finden in einer Einliegerwohnung eine kostengünstige Alternative zu einer herkömmlichem Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnung. Auch steuerliche Vorteile kann eine Einliegerwohnung bieten. Eine Minderung der Steuerlast und absetzbare Kosten zählen ebenfalls zu den positiven Aspekten.

Vorteile einer Einliegerwohnung:

  • Geringer Mietpreis
  • Nur Rücksicht auf einen Nachbarn
  • Meist gemeinsame Nutzung von Garten
  • Häufig schon möbliert
  • Sozialer Kontakt & Nachbarschaftshilfe
  • Zusätzliche Einnahmen für den Vermieter
  • Haus hat höheren Verkaufswert
  • Ideal für das Zusammenleben mehrerer Generationen
  • Kosten können ggf. von der Steuer abgesetzt werden

Nachteile: Privatsphäre, Größe, Fristen

Der größte Nachteil einer Einliegerwohnung ist die Einschränkung der Privatsphäre beider Parteien. Sowohl der Bewohner der Einliegerwohnung als auch der Bewohner des Hauses büßen ihre Privatsphäre dadurch ein, dass sich der Eingang der Einliegerwohnung in dem Haus befindet und beim Ein- und Austreten jedes Mal die Wohnräumlichkeiten des Hausbewohners durchquert werden müssen. 

Problematisch kann es für Vermieter werden, da bei Einliegerwohnungen eine verlängerte Kündigungsfrist greift. Als schwierig kann sich diese vor allem gestalten, wenn es zu Problemen mit den Mietern oder zu Zahlungsverzögerungen kommt.

Nachteile einer Einliegerwohnung:

  • Eingeschränkte Privatsphäre für beide Parteien
  • Verlängerte Kündigungsfrist
  • Ggf. geringere Größe als bei normaler Wohnung
  • Teilnahme an Gartenpflege und Winterdienst
  • Gutes Verhältnis zur Gegenpartei ist von Vorteil

Für wen ist eine Einliegerwohnung geeignet?

Aufgrund der vielen Vorteile sind Einliegerwohnung für vielerlei Zielgruppen attraktiv. Vor allem Familien mehrerer Generationen finden mit einer Einliegerwohnung eine perfekte Lösung für das gemeinsame Leben unter einem Dach. Mehrere Generationen können zwar unter demselben Dach leben, die separate Einliegerwohnung sorgt aber mit ihrer Abtrennung für Privatsphäre innerhalb eines Haushaltes.

Berufstätige, die privat in einem Haushalt arbeiten, wie Pflegekräfte oder Au-Pairs, finden in diesem Wohnungstyp eine attraktive Lösung. So würde hier der Arbeitsweg gespart werden, wenn der Arbeitgeber in demselben Haus wohnt.

Für wen eignet sich eine Einliegerwohnung?

  • Alleinstehende Berufstätige
  • Studenten & Auszubildende (Alternative zu WGs)
  • Mehr-Generationen-Haushalte

Was Sie beim Kauf beachten sollten

Bevor ein Mietverhältnis für eine Einliegerwohnung eingegangen wird, sollten sowohl der Mieter als auch der Vermieter einige wichtige Punkte mit der Gegenpartei abgeklärten.

Einer der wichtigen Punkte, die Sie beachten müssen, sind die anfallenden Betriebskosten. Zu beachten gilt hier, dass diese nur prozentual auf die Wohnfläche angerechnet werden. Die bessere Alternative dazu wäre es, einen separaten Wasserzähler sowie Gas- und Stromzähler zu integrieren. Zusätzliche Kosten, die durch Reparaturen von Handwerkern anfallen, werden ebenfalls unter den beiden Parteien aufgeteilt.

Das müssen Sie beim Kauf beachten:

  • Anfallende Betriebskosten werden prozentual aufgeteilt
  • Eigener Wasserzähler, Strom- und Gaszähler
  • Regelmäßige Kommunikation und Absprachen mit anderer Partei
  • Zusatzkosten für eine möblierte Wohnung
  • Kaufempfehlung für Einliegerwohnung im Neubaugebiet

Einliegerwohnung kaufen: Kaufpreis berechnen

Sie wollen eine Einliegerwohnung kaufen, dann müssen Sie auch die Nebenkosten beim Immobilienkauf im Blick haben. Für alle Wohnungstypen / Haustypen fallen auch Kaufnebenkosten an. Das heißt: Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbucheintrag und bei Beauftragung, auch Maklerkosten. Die Höhe unterscheidet sich bei Steuer und Makler, je nach Bundesland.

Hier beispielhaft, die Kaufpreisnebenkosten für den Kauf einer Einliegerwohnung in NRW.

Immobilie für 50.000 Euro

Eine Einliegerwohnung in NRW zum Kaufpreis von 50.000 Euro, kostet inklusive Nebenkosten (5.142,50 Euro) insgesamt 55.142,50 Euro.

Kaufpreis 50.000 €
Grunderwerbssteuer 6,50% 3.250 €
Notarkosten 1,50% 750 €
Grundbucheintrag 0,50% 250 €
Makler (50:50) 3,57% 892,50 €
Kaufnebenkosten 5.142,50 €
Investition 55.142,50 €

Immobilie für 100.000 Euro

Beim Kaufpreis von 100.000 Euro, fallen beispielsweise in NRW insgesamt 10.285 Euro Kaufnebenkosten an.

Kaufpreis 100.000 €
Grunderwerbssteuer 6,50% 6.500 €
Notarkosten 1,50% 1.500 €
Grundbucheintrag 0,50% 500 €
Makler (50:50) 3,57% 1.785 €
Kaufnebenkosten 10.285 €
Investition 110.285 €

Immobilie für 200.000 Euro

Für eine Einliegerwohnung zahlen Sie 20.570 Euro Nebenkosten, bei einem Kaufpreis von 220.570 Euro.

Kaufpreis 200.000 €
Grunderwerbssteuer 6,50% 13.000 €
Notarkosten 1,50% 3.000 €
Grundbucheintrag 0,50% 1.000 €
Makler (50:50) 3,57% 3.570 €
Kaufnebenkosten 20.570 €
Investition 220.570 €

Wohnungsarten: Loft, Etagenwohnung, Penthouse & Co.

Der Immobilienmarkt ist nahezu endlos. Es gibt zahlreiche Wohnungsarten, die sich alle durch unterschiedlichste Faktoren voneinander unterscheiden. Wer nach einer Investitions-Immobilie sucht, eine Wohnung mieten, Wohnung kaufen oder selbst bauen möchte, der stößt auf ein Labyrinth von Möglichkeiten. Wir haben für Sie alle gängigen Wohnungstypen aufgelistet und zusammengefasst, damit Sie sich einen Überblick verschaffen kannst. Von Loft über Einliegerwohnung bis hin zum Penthouse oder der Terrassenwohnung: Erfahre hier alles rund um gängige Wohnungstypen und deren Merkmale!

Dachgeschosswohnung kaufen: Quadratmeterpreise, Kosten, Vor- & Nachteile

Hier möchten wir Ihnen die Dachgeschosswohnung genauer vorstellen: Die Dachgeschosswohnung hat unter Wohnungssuchenden keinen besonders guten Ruf. Es wird geklagt über unerträgliche Temperaturen im Sommer und laute Wind- und Regengeräusche im Herbst. Aus diesem Grund sind die Preise für den Wohnungstypen zurückgegangen, ob es sich lohnt in eine Wohnung unterm Dach zu investieren, verraten wir Ihnen hier. Außerdem erfahren Sie Vor- und Nachteile einer Dachgeschosswohnung.

Apartment kaufen: Preise, Lage, Vor- & Nachteile, Checkliste

Hier erfahren Sie alles rund um das Apartment: Größe, Merkmale und Hinweise, die es zu beachten gilt. Wie Apartments gehören unter anderem Souterrain Wohnungen oder Dachgeschosswohnungen zu den kleineren Wohnungen mit durchschnittlich einem Zimmer. Je nach Apartment Typ unterscheidet sich die Raumaufteilung der Wohnung. Im Folgenden berichten wir über den Wohnungstyp Apartment und legen alle wichtigen Informationen, wie die Vor- und Nachteile, die Zielgruppe und Wohnungsbesichtigung offen.