Zinsentwicklung / Immobilie: Effekte auf Finanzierung und Rendite für Haus + Wohnung

Zusammenhang von Zinsen & Immobilienfinanzierung – Wenn es um die Zinsentwicklung geht, schaut man, wie in so vielen Bereichen, egal ob Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, in die USA. Deshalb ist die Veröffentlichung neuer Konjunkturzahlen so interessant und mit der aktuellen Kopplung der aktuellen Zinserhöhung der FED (amerikanische Notenbank), auch in unserem Immobilien Blog eine Nachricht wert!

Zinsenentwicklung und Immobilien: Zusammenhang

Für Kapitalanleger ist die Immobilienfinanzierung das zentrale Tool. Warum? Einfach gesagt, schaffen Sie viel Vermögenswert, mit „wenig“ Eigenkapital. Typischerweise benötigt man für die erste Immobilienfinanzierung circa 15% Eigenkapital. Mit 15.000 Euro, können Sie also eine Immobilie im Wert von 100.000 Euro erwerben.

Für Ihren Immobilienkredit zahlen Sie Zinsen. Die Höhe der Zinsen ist variabel, je nachdem wie der aktuelle Leitzins (maßgeblich für deutsche Banken ist die europäische Zentralbank) und noch direkter, die daraus resultierenden Zinskonditionen Ihrer Bank.

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Welchen Unterschied macht 1% Zins?

Sagen wir, Sie haben einen Kredit in Höhe von 85.000 Euro (15.000 Euro Eigenkapital) und sich eine Eigentumswohnung gekauft. Welchen Unterschied macht 1% Zinsen?

Kurz erklärt, Sie zahlen jeweils auf die Restschuld Ihren Zins. Im ersten Jahr, also auf die 85.000 Euro und in den Folgejahren, jeweils auf die Restschuld.

Berechnen wir den Unterschied in Jahr 1:

  • 1% Zinsen = 850 Euro
  • 2% Zinsen = 1.700 Euro
  • 3% Zinsen = 2.550 Euro
  • 4% Zinsen = 3.400 Euro
  • 5% Zinsen = 4.250 Euro

Langzeiteffekt der Zinssteigerung

Typischerweise werden Immobilien über 25 Jahre, 30 Jahre finanziert. Dementsprechend summiert sich die Zinslast und hat negative Effekte auf die Rendite Ihrer Immobilie.

Photo: Andrii Yalanskyi / shutterstock.com

Amerikanische Notenbank FED reagiert: +0,25%

Wann steigen die Zinsen für die Immobilienfinanzierung? Während die EZB noch keine Erhöhung der Leitzinsen macht, die sich wiederum – wie eben gelernt – unmittelbar auf Ihre zukünftige Kreditfinanzierung auswirken, legt die FED (Federal Reserve System) schon vor. Der Basiszinssatz wurde um 0,25% erhöht Prozentpunkte und liegt damit nun in der Spanne von:

0,25% bis 0,5%

Die Frage ist jetzt, wann kommen die nächsten Schritte und wie hoch werden diese ausfallen?

Jede Erhöhung, erhöht den Zins bei Ihrer Bank

Warum werden Zinsen (Leitzinsen) erhöht?

Ziel der Notenbanken ist es, der sehr hohen Inflation entgegenzutreten, die derzeit in Europa aber auch in den USA um sich greift.

Der hohe Preisdruck hängt derzeit natürlich vor allem mit den Corona Maßnahmen weltweit zusammen. So werden in China ganze Städte abgeriegelt, wie derzeit beispielsweise Shanghai. Dementsprechend produzieren Werke hier nicht, z.b. Tesla für den asiatischen Markt. Zusätzlich kommen die Effekte des Ukraine-Russland-Kriegs hinzu, insbesondere die Auswirkungen auf Energie und Rohstoffpreise (Nahrungsmittel, aber auch Metalle).

Das Problem: Weniger Inflation ist das Ziel der Leitzinserhöhung (lesen Sie hier mehr: Inflation erklärt), doch eine zu schnelle Erhöhung der Zinsen könnte die Konjunktur abwürgen.

Lieferketten Probleme: Steigende Produktions- und Verbraucherpreise

So stockt der Nachschub für die amerikanische, aber auch die deutsche Industrie, ebenso wie für die chinesische Industrie. Dem folgt wiederum ein starker Anstieg der Produzentenpreise und mit zeitlicher Verzögerung wirkt sich das auf die Verbraucherpreise aus.

Wie reagiert der Aktienmarkt auf die neuesten Konjunkturzahlen / Leitzinserhöhung von 0,25% in den USA? Dow Jones, aber auch NASDAQ und S&P, zeigen sich relativ unbeeindruckt und auch die Futures geben eine positive Prognose für die Konjunktur der USA.

Was bringt eine Leitzinserhöhung – jetzt?

Zunächst, Leitzinserhöhungen die heute stattfinden, ändern nichts an der aktuellen Teuerung.

Psychologie spielt eine große Rolle

Wenn man den Leitzins anhebt und in Zukunft angemessene Geldpolitik betreibt, sollte die Inflation zurück kommen auf 2 %, sozusagen der Idealwert im Mittel aus Inflation und Deflation. Das sorgt in der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik für eine stabilisierte Inflationserwartung.

Der Effekt ist also mittel- bis langfristig.

Inflation erklärt: Zinsen und Psychologie

Wie entsteht Inflation? Hier finden Sie eine einfache Erklärung. Außerdem haben wir ein einfaches Beispiel für Sie, mit Tabelle und Berechnung der Inflation (Geldentwertung) auf 35 Jahre – wie viel bleibt übrig? Was tut Inflation mit Ihrem Geld?