Immobilien.net (Immobilienportal) (Wiki, Definition): Wohnung, Haus, Grundstück mieten oder kaufen
Immobilien.net gehört seit der Übernahme durch die ImmoScout24-Gruppe zum reichweitenstärksten Portal-Netzwerk im deutschsprachigen Raum und bedient primär den österreichischen Markt. Für deutsche Kapitalanleger, Zweitwohnsitz-Käufer und Auswanderer ist die Plattform der Standard-Einstieg, wenn es um Wohnungen in Wien, Häuser in Tirol oder Grundstücke im Salzburger Land geht. Wer das Portal nutzt, sollte allerdings die rechtlichen und steuerlichen Unterschiede zu Deutschland kennen — sonst wird aus dem vermeintlichen Schnäppchen schnell ein teures Lehrgeld. Dieser Beitrag zeigt, was die Plattform leistet, wo die Fallstricke liegen und wie sich der Kauf einer Immobilie in Österreich konkret rechnet.
Immobilien.net im Markt: Position, Reichweite, Datenbasis
Die Plattform betreibt eine Inseratsdatenbank mit konstant rund 80.000 bis 120.000 aktiven Angeboten — Schwerpunkt Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol, Salzburg und Steiermark. Über die Konzernanbindung an ImmoScout24 fließen Inserate teils synchron in mehrere Portale ein, sodass Doppellistings keine Seltenheit sind.
Immobilien.net als Teil der Scout24-Gruppe
Die Marke wurde in den 2010er-Jahren in das österreichische ImmoScout24-Portfolio integriert. Operativ läuft Immobilien.net heute parallel zu willhaben und ImmoScout24.at — die drei Portale teilen sich rund 90 % der Inserate auf dem österreichischen Wohnimmobilienmarkt.
Immobilien.net im Vergleich zu deutschen Portalen
Wer aus Deutschland kommt und ImmoScout24.de oder Immowelt gewohnt ist, findet sich technisch sofort zurecht. Der Unterschied liegt im rechtlichen Umfeld der inserierten Objekte — und das wird systematisch unterschätzt.
Premium-Funktionen und Pro-Account
Über Bezahlfunktionen erhält der Suchende Zusatzdaten wie Preisverlauf eines Inserats, Vergleichsangebote im Umkreis und Marktwertindikatoren. Für aktive Anleger ist das Pro-Abo (ca. 9,90–19,90 EUR/Monat) sinnvoll, weil die Inserate-Historie zeigt, ob ein Objekt bereits seit Monaten auf dem Markt liegt — ein klarer Verhandlungshebel.
| Portal | Schwerpunkt | Aktive Inserate (typisch) | Marktanteil DACH |
|---|---|---|---|
| Immobilien.net | Österreich | 80.000–120.000 | regional dominant (AT) |
| ImmoScout24.at | Österreich | 90.000–130.000 | Marktführer AT |
| willhaben | Österreich (breit) | 150.000+ | Reichweiten-Sieger AT |
| ImmoScout24.de | Deutschland | 400.000+ | Marktführer DE |
| Der Standard Immo | Österreich (Premium) | 15.000–25.000 | Nische, hochpreisig |
Wohnung, Haus, Grundstück: Was Sie auf Immobilien.net finden
Das Filtersystem unterscheidet zwischen Miete und Kauf, dann nach Objekttyp, Lage, Preis, Fläche, Zimmern und Sonderkriterien wie Erstbezug, Altbau, Neubau, Anlageobjekt oder Vorsorgewohnung. Letztere ist eine österreichische Spezialität — eine vermietete Eigentumswohnung mit steuerlichem Liebhaberei-Risiko nach § 1 Abs. 2 Liebhabereiverordnung.
Wohnung mieten oder kaufen über Immobilien.net
Mietwohnungen in Wien rangieren typischerweise zwischen 12 und 22 EUR/m² Kaltmiete (Lagefaktor entscheidend, Innere Bezirke deutlich höher). Kaufpreise liegen bei sanierten Altbauwohnungen zwischen 4.500 und 9.000 EUR/m², in Toplagen über 12.000 EUR/m². Vor jedem Kauf lohnt der Blick auf den Kaufpreisfaktor und die realistische Mietrendite.
Haus kaufen über Immobilien.net
Einfamilienhäuser im Wiener Speckgürtel bewegen sich zwischen 450.000 und 900.000 EUR, in der Steiermark oder im Mühlviertel beginnen sanierungsbedürftige Häuser bereits ab 180.000 EUR. Wer renoviert, sollte den Renovierungs-ROI vorher durchrechnen und die Sanierungspflicht nach OIB-Richtlinie 6 berücksichtigen.
Grundstück kaufen über Immobilien.net
Bei Grundstücken ist die Widmung das A und O — Bauland-Wohngebiet, Bauland-Mischgebiet, Grünland oder Freiland. Ein als „Bauerwartungsland“ inseriertes Grundstück kann jahrzehntelang unbebaubar bleiben.
- Widmung im Flächenwidmungsplan prüfen
- Bebauungsbestimmungen der Gemeinde abfragen
- Aufschließungskosten (Kanal, Wasser, Strom) klären
- Altlastenverdacht über Verdachtsflächenkataster prüfen
- Verkehrslärmkarte und Hochwasserzone checken
- Hangneigung und Bodengutachten einholen
- Servitute (Wegerechte, Leitungsrechte) im Grundbuch
Anlageobjekt-Filter und Zinshäuser
Für institutionelle Käufer und vermögende Privatinvestoren bietet die Plattform den Filter „Zinshaus / Anlageobjekt“. Wiener Zinshäuser mit MRG-Vollanwendung handeln bei Renditen zwischen 1,8 und 3,2 % — die niedrigen Werte spiegeln Spekulation auf Mietzinsanhebung nach Auszug der Altmieter wider. Wer hier ohne saubere Kapitalanlage-Kalkulation einsteigt, finanziert jahrelang Verluste.
Kaufnebenkosten in Österreich: Rechnen Sie nicht mit deutschen Werten
Hier liegt der häufigste Anfängerfehler. Deutsche Käufer kalkulieren mit den ihnen bekannten Sätzen — und unterschätzen die österreichischen Nebenkosten systematisch um mehrere Tausend Euro. Wer den Vergleich braucht, findet bei Kaufnebenkosten nach Bundesland die deutschen Werte; für Österreich gelten eigene Sätze nach GrEStG (AT) und GGG.
| Position | Österreich | Deutschland (Vergleich) |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5 % (entgeltlich) | 3,5–6,5 % je Bundesland |
| Grundbucheintragung | 1,1 % vom Kaufpreis | ca. 0,5 % (Eintrag) |
| Notar/Vertragserrichter | 1,5–3 % + 20 % USt | 1,5–2 % (siehe Notarkosten) |
| Maklerprovision (Käufer) | max. 3 % + 20 % USt | geteilt, siehe Maklerkosten |
| Pfandrechtseintragung | 1,2 % der Pfandsumme | 0,5–1 % Grundschuld |
| Beglaubigungs-/Beurkundungskosten | 200–600 EUR | im Notarsatz |
| Summe Nebenkosten | 9–12 % | 8–15 % |
Faustregel: In Österreich kalkulieren deutsche Käufer mit pauschal 10 % Kaufnebenkosten. Bei einem Kaufpreis von 350.000 EUR sind das 35.000 EUR — die nicht mitfinanzierbar sind und in Eigenkapital vorhanden sein müssen. Wer eine Hypothek über 250.000 EUR aufnimmt, zahlt zusätzlich 3.000 EUR Pfandrechtseintragung — das wird in Inseraten nie erwähnt.
Grunderwerbsteuer-Stufentarif bei unentgeltlichem Erwerb
Bei Schenkung oder Erbschaft greift der Stufentarif: 0,5 % bis 250.000 EUR, 2 % bis 400.000 EUR, 3,5 % darüber. Diese Regelung ist für familieninterne Übertragungen relevant — auch wenn die Immobilie über Immobilien.net erst gekauft und später vererbt wird, lohnt die Vorausplanung. Vergleichsrechnungen können Sie über den Grunderwerbsteuer-Rechner für die deutsche Seite simulieren.
Bestellerprinzip und Maklerprovision: Achtung Sonderregeln
Seit der jüngeren Novelle des Maklergesetzes (§ 17a MaklerG) gilt auch in Österreich ein Bestellerprinzip beim Mietvertrag — wer den Makler beauftragt, zahlt. Beim Kauf ist die Provision dagegen weiterhin frei verhandelbar, üblich sind 3 % plus 20 % Umsatzsteuer vom Käufer.
Maklerprovision auf Immobilien.net erkennen
Inserate führen die HWB-Werte (Heizwärmebedarf), die Provisionshöhe und die Vertragsart explizit aus. Achten Sie auf die Formulierung „3 % + 20 % USt vom Käufer“ — das sind effektiv 3,6 %. Bei einem 400.000-EUR-Objekt zahlt der Käufer also 14.400 EUR Provision allein.
Doppelmaklerschaft und Aufklärungspflicht
In Österreich ist Doppelmaklerschaft (Makler arbeitet für Käufer und Verkäufer) zulässig, muss aber offengelegt werden. Wer das Inserat-Kleingedruckte nicht liest, übersieht häufig diesen Hinweis. Praktisch heißt das: Der Makler hat keine reine Käuferinteressenvertretung — eine eigene Marktwertprüfung ist Pflicht.
Finanzierung aus Deutschland: Was funktioniert, was nicht
Deutsche Banken finanzieren österreichische Immobilien nur in Ausnahmefällen — meist nur, wenn deutsche Sicherheiten (z. B. eine schuldenfreie Immobilie in Deutschland) gestellt werden. Üblicher ist die Finanzierung über eine österreichische Bank.
Finanzierung über österreichische Banken
Bank Austria, Erste Bank, Raiffeisen oder BAWAG akzeptieren deutsche Einkommensnachweise. Erwartet werden 20–30 % Eigenkapital plus Nebenkosten. Die monatliche Belastung sollte 35 % des Nettohaushaltseinkommens nicht überschreiten.
KIM-Verordnung: Die harten Grenzen
Die FMA-Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-V) gibt drei harte Grenzen vor: Beleihungsquote (LTV) max. 90 %, Schuldendienstquote (DSTI) max. 40 %, Laufzeit max. 35 Jahre. Wer eine dieser Grenzen reißt, fällt in das knappe Ausnahmekontingent der Bank — und bekommt häufig eine Absage. Für die Vorabprüfung empfiehlt sich der DSCR-Check.
Beispielrechnung Vorsorgewohnung Wien
Vorsorgewohnung in Wien-Favoriten, 55 m², Kaufpreis 280.000 EUR, Kaltmiete 950 EUR/Monat:
- Kaufpreis: 280.000 EUR
- Nebenkosten (10 %): 28.000 EUR
- Gesamtinvest: 308.000 EUR
- Eigenkapital (25 %): 77.000 EUR
- Darlehen 231.000 EUR, 25 Jahre, 4,0 % Zins: ca. 1.220 EUR/Monat
- Jahreskaltmiete: 11.400 EUR
- Bruttomietrendite: 4,07 %
Zweite Beispielrechnung: Einfamilienhaus im Salzburger Flachgau
Sanierungsbedürftiges Einfamilienhaus, Baujahr 1978, 140 m² Wohnfläche, 650 m² Grund, Kaufpreis 420.000 EUR, geplante Sanierung 80.000 EUR:
- Kaufpreis: 420.000 EUR
- Kaufnebenkosten (10 %): 42.000 EUR
- Sanierungskosten brutto: 80.000 EUR
- Gesamtinvest: 542.000 EUR
- Eigenkapital 30 %: 162.600 EUR
- Darlehen 379.400 EUR, 30 Jahre, 3,8 % Zins: ca. 1.770 EUR/Monat
- Achtung: Salzburger Grundverkehrsgesetz — Zweitwohnsitz-Genehmigung erforderlich
Den vollständigen Cashflow sowie die Eigenkapitalrendite sollte jeder Käufer separat durchrechnen. Für Sanierungsobjekte empfiehlt sich zusätzlich der Fix-and-Flip-Rechner, falls der Wiederverkauf binnen weniger Jahre angedacht ist.
Steuern und rechtliche Eigenheiten in Österreich
Österreich kennt keine deutsche Spekulationsfrist mit Wegfall nach 10 Jahren — stattdessen greift die Immobilienertragsteuer mit 30 % auf den Veräußerungsgewinn (sogenannte ImmoESt nach § 30 EStG AT). Für Altfälle vor 2002 gelten Sonderregelungen mit pauschaler Bemessung von 4,2 % bzw. 18 % auf den Verkaufserlös.
ImmoESt versus deutsche Spekulationssteuer
Wer aus Deutschland eine österreichische Immobilie verkauft, zahlt grundsätzlich in Österreich die ImmoESt. Die deutsche Spekulationssteuer kann zusätzlich greifen, wird aber meist über das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Österreich (Art. 6 DBA) angerechnet. Die Detailprüfung gehört in Steuerberaterhand — das Belegenheitsprinzip ist hier komplex.
Hauptwohnsitzbefreiung und Herstellerbefreiung
Zwei zentrale Ausnahmen reduzieren die ImmoESt auf null: die Hauptwohnsitzbefreiung (mindestens zwei Jahre durchgehend Hauptwohnsitz oder fünf von zehn Jahren) und die Herstellerbefreiung für selbst hergestellte Gebäude (gilt nicht für Grund und Boden). Für Kapitalanleger sind beide unerreichbar — die Steuerlast bleibt voll.
Mietrecht: Vollanwendung, Teilanwendung, Vollausnahme
Das österreichische Mietrechtsgesetz (MRG) unterscheidet drei Geltungsbereiche. Altbauten vor 1945 fallen meist unter Vollanwendung mit strengem Richtwertmietzins — kein Vergleich zu deutschen Verhältnissen.
| MRG-Bereich | Mietzins | Befristung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Vollanwendung | Richtwert/Kategorie | min. 3 Jahre | Wiener Altbau vor 1945 |
| Teilanwendung | frei vereinbar | min. 3 Jahre | Eigentumswohnung Neubau |
| Vollausnahme | frei | frei | Ein-/Zweifamilienhaus |
Der Wiener Richtwertmietzins liegt aktuell bei rund 6,67 EUR/m² — Zu- und Abschläge je nach Lage, Ausstattung und Stockwerk verändern den effektiven Wert teils erheblich. In Niederösterreich beträgt der Richtwert 6,31 EUR/m², in Tirol 8,14 EUR/m², in Vorarlberg 10,25 EUR/m². Diese Spreizung beachten viele Käufer von Mietshäusern in Westösterreich nicht.
Bundesländer-Sonderrecht: Grundverkehr und Zweitwohnsitz
Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Kärnten haben eigene Grundverkehrsgesetze. In Tirol etwa ist der Zweitwohnsitz-Erwerb in vielen Gemeinden faktisch ausgeschlossen, in Salzburg ist er beschränkungs- und genehmigungspflichtig. Wer auf Immobilien.net ein Tiroler Ferienhaus findet, muss die Widmung „Freizeitwohnsitz“ im Inserat sehen — sonst ist die Nutzung als Zweitwohnsitz illegal und mit Strafen bis 40.000 EUR belegt.
Checkliste: Kauf über Immobilien.net Schritt für Schritt
Wer aus Deutschland über die Plattform kauft, sollte folgende Reihenfolge einhalten — nicht umgekehrt. Der häufigste Fehler: Anzahlung leisten, bevor Grundbuc

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