Immobilienvermarktung (Wiki, Definition)
Immobilienvermarktung – Immobilienvermarktung geschieht heute meistens über das Internet. Entweder über ein Maklerbüro oder aber doch direkt über den Vermieter da viele Anzeigen in Internetportalen zu finden sind. Jedoch macht es Sinn sich von einem kompetenten Makler beraten zu lassen.
Immobilienvermarktung im Überblick
- Über das Internet einfach über Portale
- Trotzdem Makler für eine kompetente Beratung hinzuziehen
Hier finden Sie alle Definitionen und Fachbegriffe: Immobilien Wiki.
Immobilienvermarktung: Was bedeutet das?
Unter Immobilienvermarktung versteht man alle Maßnahmen, um eine Immobilie — Haus, Wohnung, Grundstück oder Gewerbeimmobilie — erfolgreich zu verkaufen oder zu vermieten. Ziel ist es, den richtigen Käufer oder Mieter zum besten Preis in möglichst kurzer Zeit zu finden.
Die wichtigsten Vermarktungskanäle im Überblick
| Kanal | Reichweite | Kosten | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| ImmobilienScout24 | Sehr hoch (ca. 14 Mio. Nutzer/Monat) | €€€ (250–500 €/Monat) | Alle Immobilientypen |
| Immowelt / Immonet | Hoch (ca. 4–6 Mio. Nutzer/Monat) | €€ (150–350 €/Monat) | Wohnimmobilien |
| eBay Kleinanzeigen (Kleinanzeigen.de) | Sehr hoch, aber heterogen | € (Gratis bis 50 €) | Günstigere Objekte, Vermieter |
| Makler-Netzwerk | Mittel (vorhandene Kundendatei) | Keine Vorabkosten (Provision) | Alle Typen, besonders Premiumlagen |
| Schaufenster / Aushang | Lokal begrenzt | € (sehr gering) | Mietobjekte in Lauflagen |
| Social Media (Facebook, Instagram) | Mittel (je nach Zielgruppe) | € bis €€ (organisch oder bezahlt) | Jüngere Zielgruppen, Neubau |
Professionelles Exposé: Das Herzstück der Vermarktung
Das Exposé ist das wichtigste Vermarktungswerkzeug. Es entscheidet in wenigen Sekunden, ob ein Interessent anruft oder weiterklickt.
Was ein gutes Exposé enthält:
- Professionelle Fotos: Mindestens 10–15 Bilder, Tageslicht, aufgeräumt. Profifotograf: 150–400 € — amortisiert sich fast immer durch höheren Verkaufspreis
- Grundriss: Beschrifteter, maßstabsgetreuer Grundriss — unverzichtbar für Kaufentscheidung
- Energieausweis: Pflichtangabe seit 2014 (§ 16a EnEV) — Energieklasse und Verbrauchswert müssen im Inserat erscheinen
- Lage und Infrastruktur: ÖPNV, Schulen, Einkauf, Entfernung zur Innenstadt
- Ausstattung detailliert: Baujahr, Renovierungen, Heizungstyp, Kellerausbau, Parkplatz
- Preisangabe: Transparenter Kaufpreis (nicht „auf Anfrage“) — erhöht die Anfragequantität erheblich
Immobilienvermarktung: Makler vs. Privatverkauf
| Kriterium | Mit Makler | Ohne Makler (Privatverkauf) |
|---|---|---|
| Zeitaufwand | Gering (Makler übernimmt Besichtigungen, Verhandlungen) | Hoch (50–100+ Stunden) |
| Kosten | 3,57 % Provision (je Seite, inkl. MwSt.) — bei 300.000 € = 10.710 € | Nur Insertionsgebühren + Fotograf |
| Marktkenntnis | Lokales Netzwerk, Vergleichsdaten | Eigenrecherche erforderlich |
| Preiserzielung | Oft besser durch professionelle Verhandlung | Risiko: Unterpreis oder keine Verkäufe |
| Käuferprüfung | Makler prüft Bonität vorab | Selbst prüfen — schwieriger |
Seit Dezember 2020 gilt in Deutschland das Bestellerprinzip beim Immobilienkauf: Wer den Makler beauftragt, zahlt mindestens 50 % der Provision. Der Verkäufer kann also maximal die Hälfte der Maklerkosten auf den Käufer abwälzen.
Die richtige Preisstrategie bei der Vermarktung
Der Angebotspreis bestimmt maßgeblich, wie schnell und zu welchem Preis eine Immobilie verkauft wird:
- Zu hoch angesetzt: Die Immobilie „altert“ auf dem Portal. Nach 3–6 Monaten wächst Verhandlungsdruck — Käufer sehen das „Bestandsinserat“ und bieten weniger
- Marktgerecht: Maximale Anfragenquantität in den ersten 2–4 Wochen — die beste Phase für Bieterverfahren
- Zu niedrig angesetzt: Schneller Verkauf, aber Geld auf dem Tisch liegen gelassen
Grundlage für den richtigen Preis: Vergleichswertverfahren (§ 183 BauGB) auf Basis echter Transaktionspreise der Gutachterausschüsse, Bodenrichtwerte und aktuelle Portalpreise in der Micro-Lage.
Vermarktungs-Timeline: Wie lange dauert ein Immobilienverkauf?
- Vorbereitung (2–4 Wochen): Exposé erstellen, Fotos, Energieausweis besorgen, Preisfindung
- Aktive Vermarktung (4–12 Wochen): Inserat schalten, Besichtigungen, Interessenten filtern
- Vertragsphase (4–8 Wochen): Kaufvertragsentwurf, Notartermin vereinbaren, Finanzierungsbestätigung des Käufers
- Übergang (2–4 Wochen nach Beurkundung): Kaufpreis eingang, Schlüsselübergabe, Grundbuchumschreibung (1–6 Monate nach Notartermin)
Realistischer Zeitrahmen: 3–6 Monate vom Entschluss bis zum Geldeingang. In Toplagen (München, Hamburg) auch schneller. In B/C-Städten oder bei zu hohem Angebotspreis: 9–18 Monate möglich.
Kaufnebenkosten-Rechner
Alle Kaufnebenkosten auf einen Blick: Grunderwerbsteuer, Makler, Notar und Grundbuchamt.
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FAQ: Immobilienvermarktung
Was kostet eine professionelle Immobilienvermarktung?
Professionelle Vermarktung durch einen Makler kostet in der Regel 3,57 % des Kaufpreises pro Partei (insgesamt 7,14 % inklusive MwSt.). Bei einem 350.000-€-Objekt zahlen Käufer und Verkäufer je ca. 12.500 €. Wer selbst vermarktet, zahlt nur Inseratkosten (200–600 €) plus ggf. Fotograf und Grundriss-Zeichner (200–600 €).
Wie lange ist ein Immobilien-Inserat maximal sinnvoll?
Nach 6–8 Wochen ohne ernsthaften Interessenten sollte man den Ansatz überprüfen: Ist der Preis zu hoch? Sind Fotos professionell genug? Wird das Objekt auf ausreichend vielen Plattformen vermarktet? Nach 3 Monaten Stagnation droht der „Verbrannte-Ware-Effekt“ — Käufer misstrauen Langzeit-Inseraten.
Brauche ich für den Privatverkauf einen Energieausweis?
Ja — auch beim Privatverkauf ist der Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben (§ 16a GEG). Käufer haben ein Recht darauf, den Ausweis vor Vertragsabschluss zu sehen. Ein Energieausweis kostet je nach Typ (Verbrauchsausweis: 25–80 €, Bedarfsausweis: 300–500 €) und muss von einem zugelassenen Energieberater ausgestellt sein.

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