Balkonkraftwerk als Immobilien-Eigentümer: Solar-Energie auf dem Balkon

Balkonkraftwerk als Eigentümer – Solarzelle, Balkonkraftwerk & Solarpflicht, die Energie der Sonne wird immer wichtiger. Wenn die Solaranlagen auf dem Dach nicht funktionieren oder ergänzt werden sollen, dann bietet sich ein „Balkonkraftwerk“ an. Dabei handelt es sich um eine einzelne Solarzelle am Balkon. Welche Regelungen für diese gelten und worauf Sie achten sollten, das erfahren Sie hier!

Rechtsstreit um Balkonkraftwerk: Nachbarn sind unzufrieden

Momentan ist das Thema Balkonkraftwerk wieder im Gespräch, da es einen Rechtsstreit zwischen einer WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) in Bayern gab. In diesem Fall habe ein Eigentümer sich ein sogenanntes Balkonkraftwerk, eine einzelne Solarzelle am Balkon, aufgebaut. Die anderen Eigentümer der Wohnungen im Haus waren der Überzeugung, dass dies die Hausfassade verunstalte. Durch die Spannungen zwischen den einzelnen Eigentümern, die auch der Hausverwalter bestätigte, wurde die Klage nun abgewiesen. Der Eigentümer darf seine Photovoltaik-Anlage behalten.

Allerdings weißt das Online-Magazin EFAHRER darauf hin, dass dieses Urteil noch nicht rechtskräftig und auch nicht maßgeblich für die geltenden Bestimmungen zu Balkonkraftwerken und Solarenergie sei.

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Der Rechtstreit auf einen Blick:

  • WEG  streitet sich um Solarzelle am Balkon
  • Hausfassade würde verunstaltet werden
  • Klage wurde abgewiesen, Solarzelle bleibt
  • ABER: Urteil ist noch nicht rechtskräftig
  • Auch nicht maßgeblich für die Bestimmungen

Vorteile & Auflagen: So genießen Sie Ihr Balkonkraftwerk!

Aber was sind denn nun die geltenden Bestimmungen? Was dürfen Sie als Eigentümer oder Vermieter? Und was sind sogar Ihre Pflichten?

Vorteile von Solarenergie: Deswegen lohnen sich Solarzellen

Solarenergie hat viele Vorteile. Neben der Klimafreundlichkeit, bieten Solarzellen auf dem Dach oder Balkon auch Geldeinsparung auf lange Sicht und eine Teilnahmeberechtigung an Förderungsprogrammen. Einige Bundesländer haben auch schone eine Solarpflicht eingeführt, diese gilt hier allerdings erstmal nicht.

Auf der anderen Seite ist fraglich inwiefern es tatsächlich die immer weiter wachsenden Probleme des Klimawandels aus der Welt schafft. Dazu kommt die einmalige hohe finanzielle Belastung bei der Anschaffung und Installation, die Sie auch nicht auf den Mieter umlegen können.

Deswegen lohnt sich eine Solarzelle:

  • Klimaschutz
  • Geldeinsparung
  • Förderungen

Diese Gründe sprechen gegen eine Solarzelle:

  • Löst nicht komplett das Klima-Problem
  • Einmalige hohe finanzielle Belastung

Bestimmungen: Normen & Absprachen in der WEG

Erst einmal sind steckerfertige Photovoltaik-Anlagen, auch genannt Balkonkraftwerke, anmeldungsfrei. Dabei dürfen sie allerdings nicht über 600 Watt produzieren und keine Stromschwankungen erzeugen. Gesetzlich ist dies über die Norm VDE AR-N 4105:2018 gesichert. Trotzdem sollten diese aber auch bei der deutschen Bundesnetzagentur und beim Netzbetreiber angemeldet werden. Pflicht ist das nicht, aber in vielen Verträgen enthalten. Dazu sollte überprüft werden, ob die Solarzelle die Werte auf dem Stromzähler nicht verfälscht.

In einer WEG sollte darüber hinaus ein Mehrheitsbeschluss eingeholt werden, da es sich um eine Veränderung der Hausfassade handelt. Diesen gilt es vorher zu beschaffen, sodass Sie nicht einen Rechtsstreit zu bewältigen haben, wie der Eigentümer in unserem Beispiel aus Bayern.

Auf diese Dinge sollten Sie bei dem Wunsch nach einem Balkonkraftwerk achten:

  • Nicht über 600 Watt produzieren & Stromschwankungen erzeugen
  • Sollte bei der Bundesnetzagentur & Netzbetreiber angemeldet werden
  • Überprüfung: Werte auf dem Stromzählersollen nicht falsch sein

In einer WEG sollten Sie auf diese Dinge achten:

  • Vorher Mehrheitsbeschluss einholen

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Seit 2022 haben einige Bundesländer eine Solardachplicht eingeführt. Was für Ihr Bundesland gilt, welche Vorgaben es gibt und welchen Unterschied es zwischen privaten und gewerblichen Vorhaben gibt, das erfahren Sie hier:

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